„Betroffenen des Klimawandels eine Stimme geben“

Viele Menschen auf der südlichen Erdhalbkugel sind vom Klimawandel schon jetzt teilweise katastrophal betroffen. Das will die Ausstellung „...und nun, das Wetter“ deutlich machen.
Viele Menschen auf der südlichen Erdhalbkugel sind vom Klimawandel schon jetzt teilweise katastrophal betroffen. Das will die Ausstellung „...und nun, das Wetter“ deutlich machen.


Westerkappeln. Wenn den Menschen hier zu Lande der Wind ein wenig heftiger um die Nase weht, es stürmt und wie aus Eimern schüttet, sind viele Leute versucht, von Unwettern zu reden. Und schnell kommt das Gespräch auf den Klimawandel. Dabei macht sich dieser in hiesigen Gefilden kaum oder gar nicht bemerkbar.

In vielen Ländern auf der südlichen Erdhalbkugel sieht das schon ganz anders aus. Darauf will auch die Ausstellung „...und nun, das Wetter“ aufmerksam machen, die am Sonntag (5. Oktober) in der evangelischen Kirche Handarpe eröffnet wird.


„Das Klima ändert sich“, meint Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel, vom Vorstand des Diakonischen Werkes Deutschland der evangelischen Kirche, deren Katastrophenhilfe die Ausstellung zusammen mit der Aktion „Brot für die Welt“ konzipiert hat.

Doch während in den Industrieländern die schlimmsten Folgen des Klimawandels dank moderner Technologie und öffentlicher Sicherungssysteme noch gedämpft oder abgefangen werden könnten, seien unzählige Bewohner der südlichen Länder längst in ihrer Existenz bedroht.

Großflächige Missernten, verheerende Stürme und katastrophale Überschwemmungen hätten in den vergangenen Jahren die Entwicklungsländer heimgesucht. „Nicht nur als Christen sind wir aufgerufen, die Verantwortung für diese Ungerechtigkeit zu übernehmen“, erklärt Cornelia Füllkrug-Weitzel. Durch gezielte Kampagnen solle den vom Klimawandel betroffenen Menschen eine Stimme verliehen werden. Dazu gehöre auch die Plakatausstellung, die morgen eröffnet wird.

Die Ausstellung will nach Darstellung des einladenden Bürgertreffs Handarper Kirche die schädlichen Folgen des Klimawandels für die Dritte Welt deutlich machen und die Gegenmaßnahmen und Gegenstrategien von „Brot für die Welt“ und Diakonie-Katastrophenhilfe darstellen.

Die Eröffnung mit Führung findet gleich nach dem Erntedankgottesdienst (Beginn um 10 Uhr) in der Handarper Kirche statt. Danach sind alle zum Mittagessen eingeladen.

Begleitend zur Ausstellung finden in den kommenden Wochen auch Vorträge zum Thema Klimaschutz statt: Am Montag, 13. Oktober, spricht Prof. Dr. Klaus Kuhnke, Physiker und Fachmann für erneuerbare Energie an der Fachhochschule Osnabrück um 18 Uhr über Möglichkeiten des Energiesparens.

Am Montag, 20. Oktober, ist Hans-Jürgen Hörner aus Recklinghausen zu Gast, der auf die christliche Verantwortung beim Klimawandel eingeht. Dabei wird er auch den „Grünen Hahn“ vorstellen, ein Projekt der Evangelischen Kirche von Westfalen zum Umweltmanagement. Dieser Vortrag beginnt um 19.30 Uhr.

Am Mittwoch, 22. Oktober, lädt der Bürgertreff schließlich in die Handarper Kirche zu einem Kinoabend ein. Um 20 Uhr wird der Oskar-prämierte Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ des früheren US-Präsidentschaftbewerbers Al Gore gezeigt. Der Eintritt kostet drei Euro.

Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Vorträgen ist frei. Es wird aber um Spenden für den Förderverein „Bürgertreff Handarper Kirche“ gebeten.

Die Ausstellung „...und nun, das Wetter“ ist bis Sonntag, 26. Oktober, mittwochs von 15.30 bis 19 Uhr und sonntags von 15.30 bis 18 Uhr und während anderer Veranstaltungen in der Kirche Handarpe geöffnet. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind jederzeit möglich nach telefonischer Vereinbarung unter Ruf 05404/91 78 33 (K. Maßmann).

VON FRANK KLAUSMEYER, WESTERKAPPELN

03 · 10 · 08



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