Winter

Wenn der Angler aufs Eis geht


Hartgesotten: Marcel Peters hat gestern ein Loch ins Eis des Regenrückhaltebeckens geschlagen, um zu angeln. Anbeißen wollten die Fische aber nicht.Fotos (3):
Hartgesotten: Marcel Peters hat gestern ein Loch ins Eis des Regenrückhaltebeckens geschlagen, um zu angeln. Anbeißen wollten die Fische aber nicht.Fotos (3):
(Frank Klausmeyer)


Westerkappeln - Wenn es dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen, sagt ein Sprichwort. Nun, Marcel Peters will nicht tanzen. Und ganz wohl ist ihm auch nicht dabei, als er auf die gefrorene Wasserfläche des Regenrückhaltebeckens an der Kläranlage in Osterbeck tritt. „Ich laufe, wo schon Fußspuren sind“, sagt er. Um dann - etwa in der Mitte des großen Teiches - ein tellergroßes Loch ins Eis zu schlagen. Kein Übermut. Denn wann hat ein Petrijünger in hiesigen Gefilden schon mal Gelegenheit zum Eisangeln.

Ein kleines Restrisiko nimmt der Westerkappelner dafür in Kauf. Das Eis trägt ihn. Ein leichtes Knacken hat Peters gehört. „Spannungsrisse“, vermutet das Mitglied des Fischerei- und Naturschutzvereins Wersen.


Deshalb bewegte er sich gestern Morgen auch nur vorsichtig. Nach gut einer Stunde packte Peters seine Angelausrüstung wieder zusammen. Forellen oder Rotaugen haben nicht angebissen. „Es wird mir auch zu kalt“, meinte der junge Mann. Bei etwa 10 Grad Minus kann das jeder nachvollziehen.

„Die Russen kennen sich mit dem Eisangeln gut aus“, sagte Thorsten Schulte, Vorsitzender der Petrijünger Westerkappeln. Ob sich hartgesottene Angler auch an den Präriesee verirren, kann er zurzeit nicht sagen, weil er im Skiurlaub ist.

Auf alle Fälle haben sich schon Eisläufer auf das größte stehende Gewässer in der Gemeinde gewagt. Schlittschuhspuren waren Dienstagmittag allerdings nur in Ufernähe zu beobachten. Offensichtlich fehlte den Läufern der Mut für weitere Ausflüge.

Das Baden im Präriesee ist im Sommer verboten. Die Petrijünger Westerkappeln als Eigentümer haben jedoch nichts dagegen, wenn sich dort im Winter Unbefugte auf die Kufen wagen. „Offiziell freigeben fürs Betreten werden wir den See aber nicht“, betont Thorsten Schulte. Dies könne der Sportfischereiverein allein aus haftungsrechtlichen Gründen nicht machen.

Was die Regenrückhaltebecken in der Gemeinde betrifft, brauchen die Bürger ebenfalls nicht auf eine offizielle Freigabe aus dem Rathaus zu warten. „Die Verantwortung können wir nicht übernehmen“, erklärt Günter Rahmeier vom Ordnungsamt. Die Gemeinde prüfe die Eisdicke gar nicht. „Wir können daher nicht sagen, wie die Statik ist.“ Verbieten wolle die Kommune das Betreten aber auch nicht. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden.“

Gewagte Sprünge oder Pirouetten auf dem Eis stören allenfalls die Bewohner darunter. „Schlittschuhe verursachen ja Geräusche. Aber wir wollen die Kirche mal im Dorf lassen“, will Schulte das Eislaufvergnügen nicht schmälern.

Dass das Leben unter der geschlossenen Eisdecke erstickt, sei nicht zu befürchten, beruhigt der Vorsitzende der Petrijünger. „Die Fische haben kein Problem damit. Es gibt Sauerstoff genug.“ In flacheren Gewässern könne es da schon eher Atemnot für die Fische geben.

Nach ersten Zahlen des Wetterdienstes Meteomedia in Bochum war die Nacht zum Dienstag die kälteste in NRW in diesem Jahr. Am Mittwoch und Donnerstag sollen die Temperaturen leicht steigen. „Tendenziell bleibt es wahrscheinlich kalt“, sagte Meteorologin Rebekka Krampitz.

VON FRANK KLAUSMEYER, WESTERKAPPELN


07 · 02 · 12





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.


© Ahlener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette