Ein Moslem wird Christ

Dundar Karahamza
Dundar Karahamza


Burgsteinfurt - Der Andrang war riesig. Der kleine Saal im Martin-Luther-Haus hatte kaum Platz für die vielen Zuhörer. Alle waren gekommen, um den charismatischen Dundar Karahamza aus Hannover zu hören. Karahamza, der strenggläubige Muslim, der zu einem entschiedenen Christen geworden ist.

Karahamza entstammt einer rechtgläubigen Moslemischen Familie in der Türkei. Mit sechzehn schon begann er auf der Universität mit seinem Germanistikstudium. Als der frischgebackene Deutschlehrer keine Anstellung in seinem Heimatland fand, jobbte er im Tourismusgeschäft und traf dort eine deutsche Urlauberin, seine heutige Frau .


Während eines Deutschlandbesuches 1993 ließen sich beide nach islamischem Recht in der Moschee in Nienburg trauen, die standesamtliche Trauung folgte wenig später.

Als gläubiger Moslem war er überzeugt, dass er sehr schnell seine Ehefrau von der Rechtgläubigkeit des Islam überzeugen konnte. Als Moslem wusste er doch, dass die Bibel verfälscht, dass sie also nicht Gottes Wort war. So hatte man ihn gelehrt, dass Jesus nicht selbst gekreuzigt wurde, dass vielmehr Judas für ihn diese Schmach ertragen musste. Viele andere Ungereimtheiten aus dem „Wort Gottes“ der Christen kannte er und konnte damit seine Frau konfrontieren. Karahamza selbst vertiefte sich weiter in die islamische Frömmigkeit. Während er im Sicherheitsdienst bei der Bundesbahn seinen Lebensunterhalt verdiente, breitete er wie selbstverständlich seinen Gebetsteppich neben den Geleisen aus , um seinen Gebetspflichten nachzukommen.

Er trat einer mystischen Islamgruppe bei mit der er dann auch nach Mekka pilgerte, um, wie er sagte, „seinen inneren Frieden“ zu finden.

Doch dieser Friede wollte sich nicht einstellen. Immer wieder las Karahamza nun auch die Bibel und betete zu seinem Schöpfer, ihm die Wahrheit anzuzeigen. Seine intensive Auseinandersetzung mit christlichen Gedankengut, sein Austausch mit entschiedenen Christen führte nach sechs Jahren dazu, dass Dundar Karahamza sich am Reformationstag 1999 öffentlich im Gottesdienst der Elia Gemeinde in Langenhagen zu Jesus Christus bekannte. Nicht nur das, er begann auch ein theologisches Studium. Inzwischen ist er als Diakon anerkannt in seiner Hannoverschen Landeskirche.

Als seine Mutter in der Türkei von seiner Konversion hörte, wurde sie todkrank, hatte man ihr doch gesagt, dass Christen ihren Sohn in dunklen Kellerräumen psychisch unter Druck gesetzt hätten. Karahamza flog sofort in die Türkei und seiner Mutter ging es sehr schnell besser, als sie einen fröhlichen, ausgeglichenen Sohn in die Arme schließen konnte. Seine Familie hat seitdem seine Hinwendung zu Jesus akzeptiert.

Der CVJM hatte zu diesem spannenden Vortragsabend eingeladen, gekommen waren Interessierte aus der katholischen und allen evangelischen Gemeinden. Dazu auch einige Mitbürger islamischen Glaubens. So entwickelte sich nach dem Vortrag ein reger Gedankenaustausch. Etwa nach den Fragen zu den Widersprüchen bei den vier Evangelien, die vom Leben, Wirken, Tod und Auferstehung Jesu berichten.

Sei Religionswahl nicht einfach Geschmacksache?, wollte ein Zuhörer wissen. Karahamza hielt dagegen, dass der wahre Gott sich dem Suchenden offenbart. „Und dann überwältigt es einen und man kann von dem Gott nicht mehr lassen“.


17 · 03 · 10



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