Finanzspritze für junge Senioren


Grau, aber kein bisschen müde: Die „jungen Senioren“ von heute engagieren sich und genießen das Leben. Foto:
Grau, aber kein bisschen müde: Die „jungen Senioren“ von heute engagieren sich und genießen das Leben. Foto:
(grü)


Saerbeck - 2009 könnte als Jahr der Wettbewerbe in die Geschichte der Gemeinde eingehen: Nach dem Gewinn des Titels der „NRW-Klimakommune der Zukunft“ und dem erfolgreichen Abschneiden bei der Cityoffensive „Ab in die Mitte“ kam aus dem Rathaus am Dienstag die Meldung: Saerbeck ist vom Bundesfamilienministerium in Berlin als Modellkommune ausgewählt worden und erhält eine Förderung von 10 000 Euro, um neue Wege zu finden, die aktive Generation der Senioren stärker in den Blick zu nehmen.

Der Hintergrund ist schnell erklärt: Saerbeck ist eine junge Gemeinde, in der Familien mit Kindern das Bild prägen. Noch prägen, denn vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wächst auch hier die Zahl der Älteren.


Deren Bild aber hat sich in den vergangenen Jahr stark gewandelt. Die Menschen in der zweiten Lebenshälfte gehören längst nicht mehr zum „alten Eisen“, sondern stehen mitten im Leben. Doch auf welche Rahmenbedingungen treffen sie? Wie kann ein aktives Leben im Alter zukunftsorientiert gestaltet werden? „Zeit, dass sich Kreise, Städte und Gemeinden mit diesem Thema beschäftigen“, findet das Bundesfamilienministerium und hat das Modellprogramm „Aktiv im Alter“ gestartet, für das sich alle interessierten Kommunen bewerben konnten.

„Diese Fragestellung passt doch genau zu Saerbeck, das ist etwas für uns“, erkannte die Gemeindeverwaltung, stellte einen entsprechenden Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm und nahm das Mehrgenerationenhaus mit ins Boot. Insgesamt flatterten fast 400 Bewerbungen aus ganz Deutschland auf den Tisch von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. Ausgewählt wurden davon nach einem ersten Probelauf mit 50 Kommunen jetzt weitere 100 Städte und Gemeinden, die die Förderung von 10 000 Euro erhalten, um die Potenziale der älteren Generation zu entdecken und nach Wegen zu suchen, sie möglichst gewinnbringend für die Allgemeinheit zu nutzen. Und Saerbeck ist dabei.

„Projektbeginn ist sofort“, machten Bürgermeister Wilfried Roos, Jürgen Hölscher (Sozialamt), Alfons Bücker (Vorsitzender der Kolpingsfamilie) und Rendel Werthmöller (Leiterin des Mehrgenerationenhauses) im Rahmen eines Pressegesprächs deutlich. Schon Anfang der nächsten Woche wird Rendel Werthmöller nach Leipzig zu einem Symposium reisen und mit vielen Ideen nach Saerbeck zurückkommen. Und dann gehts direkt in die Umsetzung. Vorgesehen ist, dass in einem ersten Schritt zusammengetragen wird, welche Angebote, Einrichtungen und Dienstleistungen für ältere Menschen in Saerbeck bereits bestehen und wo noch Defizite sind. Ein lokales Bürgerforum unter dem Motto „Wie wollen wir morgen leben“ soll dann Leitbilder und Perspektiven entwickeln, die schließlich in Projekten münden, in denen die älteren Mitbürger selbst aktiv werden. Das reicht von der Verbesserung des Wohnumfeldes bis hin zur Beratung und Begleitung von Jugendlichen beim Berufseinstieg. Die Gestaltungsräume sind groß, der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Unterm Strich wird Saerbeck durch die Teilnahme bei „Aktiv im Alter“ ein wichtiges Plus an Lebensqualität gewinnen, da sind sich die Organisatoren aus Gemeindeverwaltung, Kolpingsfamilie und Mehrgenerationenhaus sicher, vom Wissen und Können älterer Menschen kann eine Kommune nur profitieren.



03 · 06 · 09





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