Kinoprojekt Metropoli von Stiftung ausgezeichnet


Uwe Amrhein (r.) von der Stiftung „Bürgermut“ aus Berlin überreichte Heinz Schulte, Metropoli-Betreiber und Mitglied des Arbeitskreises Historische Filmdokumente (l.) eine Urkunde, die bestätigt, das die Arbeit der Filmfreunde als herausragendes Beispiel für bügerschaftliches Engagement würdigt.
Uwe Amrhein (r.) von der Stiftung „Bürgermut“ aus Berlin überreichte Heinz Schulte, Metropoli-Betreiber und Mitglied des Arbeitskreises Historische Filmdokumente (l.) eine Urkunde, die bestätigt, das die Arbeit der Filmfreunde als herausragendes Beispiel für bügerschaftliches Engagement würdigt.
(Foto: Dierkes)


Rheine. Das ehrenamtliche Kinoprojekt „Metropoli“ von Heinz Schulte aus Hauenhorst gehört zu den 1000 besten Bürger-Ideen Deutschlands. Dieser Auffassung ist die Berliner Stiftung Bürgermut. Sie hat Heinz Schulte im Rahmen einer bundesweiten Recherche als herausragendes Beispiel für das neue Online-Neutzwerk „www.weltbeweger.de“ ausgewählt. Das Netzwerk wird vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend unterstützt.

„Das Konzept von Metropoli ist verblüffend und zugleich erfolgreich. Es kann aktive Menschen in ganz Deutschland inspirieren und regt zur Nachahmung an“, würdigt Elmar Pieroth, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bürgermut, das Engagement von Heinz Schulte.


Uwe Amrhein, der gestern aus Berlin angereist war, um die Auszeichnung zu übergeben, erläuterte die Ziele der erst 2007 gegründeten Bürgerstiftung. „Stiftungen zur Förderung bürgerschaftlichen Engagement gibt es viele. Das Neue bei unserer Stiftung ist die Vernetzung. Wir sammeln systematisch Beispiele für bürgerschaftliches Engagement und dokumentieren diese. So gehen Wissen und Erfahrungen nicht verloren, sondern können an andere Menschen, die vielleicht in gleicher Weise aktiv werden wollen, weitergegeben werden. Man muss schließlich nicht jedes Mal das Rad neu erfinden“, sagte Amrhein. Mit kleinen Schritten hofft die Stiftung so Großes zu bewegen, vielleicht sogar die Welt zu bewegen. Deshalb findet man sie im Internet nicht nur unter www.buergermut.de, sondern auch unter www.weltbeweger.de.

Seit 2003 sammelt Heinz Schulte private, filmische Dokumente und bereitet sie zu informativen und unterhaltsamen Filmen auf. Die Stiftung Bürgermut bewertet dies als „neue, pfiffige Art, mit dem oftmals als trocken betrachteten Thema Heimatgeschichte umzugehen“. Schon vor vielen Jahren hat Schulte im Keller seines Hauses in Hauenhorst das kleine, nostalgische Kino „Metropoli - Kino für kleine Leute“ eingerichtet. Aus dem Sammeln und Restaurieren von alten Filmen entstand ein Arbeitskreis, den Wiebke Gehrke von der Stabsstelle Bürgerengagement im Rheiner Rathaus als einen Kreis „positiv Verrückter“ bezeichnete. Denn die Restaurierung und Aufarbeitung alter Filme ist eine überaus zeitaufwändige und knifflige Arbeit. Worte der Anerkennung gab es deshalb auch von Stadtarchivar Thomas Gießmann. „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, die auch eine Anerkennung der Arbeit des AK Historische Filmdokumente ist“, sagte Gießmann. Die Zusammenarbeit sei für das Stadtarchiv Rheine sehr bereichernd.

Im Anschluss an die Verleihung zeigte Heinz Schulte den 200. restaurierten Film. Der etwa elf Minuten lange Streifen zeigt Szenen aus der Rheiner Geschichte, unter anderem den letzten Arbeitstag in der Telefonzentrale der Alten Post, Pflasterarbeiten vor dem Rheiner Bahnhof, die Verlegung des 100000. Meters Elektrokabel, einen Eselszug von Dio-Abiturienten. Die Filme entstanden alle Anfang 1950. Einen Videotrailer über die Arbeit des AK Historische Filmdokumente kann man sich übrigens jetzt auch im Internet herunterladen, und zwar unter www.weltbeweger.de und www.youtube.de.

VON KLAUS DIERKES


30 · 07 · 09





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