Die Bären sind endlich da


„Kama“ ist eine echte Berliner (Lippen-)Bärin, die sich jetzt an ihr neues Zuhause in Rheine gewöhnt.  Foto: Rapreger
„Kama“ ist eine echte Berliner (Lippen-)Bärin, die sich jetzt an ihr neues Zuhause in Rheine gewöhnt. Foto: Rapreger


Rheine. Die bärenlose Zeit im Naturzoo ist seit Mittwochabend zu Ende. Da trafen „Kama“, „Franz“ und „Myrthe“ aus den Zoos in Leipzig und Berlin in Rheine ein: drei Prachtexemplare von Lippenbären, wie Pflegerin Heike Hachicho betont. Die Mitarbeiterin des Leipziger Zoos hat den Transport koordiniert, dem wochenlanges Training für die Bären vorausging.

„Wir haben die Transportkisten schon vor einiger Zeit im Gehege aufgestellt“, berichtet sie aus Leipzig, wo bislang „Franz“ und „Myrthe“ zu Hause gewesen sind. Mit Leckereien lockten die Pfleger die Bären dann in die Kiste, so dass der Transportbehälter dann schon zur gewohnten Umgebung geworden war, als es dann am Mittwoch in aller Frühe ernst wurde mit der Reise.


Via Berlin, wo die Bärendame „Kama“ hinzukam, ging die Fahrt dann auf direktem Weg nach Rheine. „Wir hatten mit der schnellen Ankunft am Mittwochabend noch gar nicht gerechnet“, freute sich Rheines Zoodirektor Achim Johann, seine Neuzugänge schon so früh in Empfang nehmen zu können. Im neuen Bärenhaus kamen die Tiere dann zunächst in getrennte Käfige, wobei der Schieber zwischen dem Leipziger Pärchen „Franz“ und „Myrthe“, die schon seit Monaten aneinander gewöhnt sind, ziemlich schnell geöffnet werden konnte.

Bevor die drei Lippenbären dann auch für die Besucher zu sehen sein werden, müssen sie sich noch an die neue Umgebung gewöhnen. „Spätestens zum 3. Mai, wenn wir mit einem großen Bärenfest die neue Anlage einweihen möchten, werden zumindest Franz und Myrthe das Außengelände in ihren Besitz nehmen“, verspricht Zooinspektor Michael Rolfs, der während eines Praktikums in Leipzig schon Erfahrungen mit der Haltung von Lippenbären gesammelt hat.

Der Zoo Rheine ist erst der fünfte Zoo in ganz Deutschland, in dem die in Indien, Nepal und Sri Lanka vorkommenden Lippenbären gehalten werden. In europäischen Zoos gibt es gerade einmal 23 von den Tieren, die auf der roten Liste der bedrohte Tierarten in der dritthöchsten Kategorie geführt werden.

VON PAUL NIENHAUS


16 · 04 · 09



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