„Ich dachte, das Thema wäre erledigt“


Blauzungenkrankheit hin oder her: Die Tiere im Stall von Heiner Stauvermann lassen es sich schmecken. Derweil macht sich der Ortslandwirt Sorgen über die Konsequenzen, die der Ausbruch des neuen Krankheitstyps haben könnte.
Blauzungenkrankheit hin oder her: Die Tiere im Stall von Heiner Stauvermann lassen es sich schmecken. Derweil macht sich der Ortslandwirt Sorgen über die Konsequenzen, die der Ausbruch des neuen Krankheitstyps haben könnte.
(Foto: Anne Eckrodt)


Metelen. Die Vechtegmeinde ist zwar knapp an der engen 20-Kilometer-Sperrzone vorbeigeschrappt und gehört „nur“ zur 50-Kilometer-Beobachtungszone, dennoch sorgt der jetzt in den Niederlanden aufgetretene neue Typ der Blauzungenkrankheit auch bei den Metelener Landwirten für Unruhe. „Ich habe heute Morgen aus der Zeitung davon erfahren. Genauere Informationen habe ich noch nicht, doch Gedanken macht man sich da schon“, meinte Heiner Stauvermann gestern Vormittag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Ortslandwirt ist einer der größten Milchviehhalter in Metelen. 60 Kühe stehen in seinem Stall. Im vergangenen Sommer sind sie - wie alle ihre Artgenossen bundesweit - gegen die Blauzungenkrankheit geimpft worden. „Da hat man eigentlich gedacht, das Thema wäre erledigt“, meinte Stauvermann. Zumal einige Kollegen damals nicht unwesentliche Nebenwirkungen festgestellt haben. „Es ist zwar nicht erwiesen, dass das auf die Impfung zurückzuführen ist, aber es wurden immer wieder Stimmen laut, die beklagten, dass zum Beispiel die Qualität der Milch nicht mehr so optimal gewesen sei. Andere Landwirte haben beobachtet, dass ihre Tiere nach der Impfung schlechter tragend wurden. Alles das hat natürlich Verluste mit sich gebracht“, so Stauvermann.


Die befürchtet er auch jetzt, wenn aufgrund des neuen Krankheitstyps in der Region ein längeres Transportverbot für Milchvieh, Rinder, Schafe und Ziegen gelten sollte. „Wenn die Tiere schlachtreif sind, müssen sie weg. Ansonsten machen wir Verluste, weil das Fleisch älter wird, also nicht mehr den optimalen Zeitpunkt fürs Schlachten hat“, machte der Ortslandwirt deutlich. In den nächsten zwei bis drei Wochen sei er zwar nicht auf einen Transport zum Schlachthof beziehungsweise zur Versteigerung in Münster angewiesen, bei Kollegen sehe das aber oftmals anders aus. Stauvermann: „Da muss zum Teil auch von heute auf morgen was passieren. Ist das aufgrund des Transportverbots nicht möglich, zahlt man natürlich mächtig drauf.“

Gestern am späten Nachmittag gab es dann endlich genauere Informationen von der Landwirtschaftskammer für den Metelener Ortslandwirt. „Der jetzt in den Niederlanden aufgetretene Typ der Blauzungenkrankheit war bislang in unseren Breitengraden nicht bekannt. Daher konnte die Impfung auch nicht dagegen wirken“, sagte Stauvermann. Für ihn und seine Kollegen heißt es nun abwarten.

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VON ANNE ECKRODT, OCHTRUP


27 · 10 · 08





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