Buchsbaum-Besitzer fluchen

Bislang hat Wilhelm Hasken in seinem Garten am Stift „nur“ mit dem Buchsbaum-Pilz zu kämpfen. Doch auch er weiß: Die China-Raupe kann schon bald für weiteres Ungemach sorgen.
Bislang hat Wilhelm Hasken in seinem Garten am Stift „nur“ mit dem Buchsbaum-Pilz zu kämpfen. Doch auch er weiß: Die China-Raupe kann schon bald für weiteres Ungemach sorgen.
(Foto: -bon-)


Metelen. Eine weitere Schreckensmeldung für Metelens Gartenfreunde. Nachdem der Buchsbaum-Pilz bereits in den einheimischen Gärten und auf dem Friedhof zugeschlagen hat, droht nun weiteres Ungemach für die kleinblättrigen, immergrünen Pflanzen. Die China-Raupe hat ihr Kommen angesagt. Gartenbauingenieur Wilhelm Hasken rechnet damit, dass sie auch „Metelen nicht verschonen“ wird. Obwohl die gefräßige Raupe sich erst im Raum Aachen durchknabbert. Doch auch Hasken weiß: „Die Raupe zieht nach Norden.“

Der Buchsbaum-Pilz (Cylindrocladium buxicola) allein sei schon eine Plage, so Wilhelm Hasken, der zusammen mit seiner Frau Margret den heimischen Garten am Stift hegt und pflegt. Besonders ärgerlich sei dies bei alten Bepflanzungen, die nicht so einfach zu ersetzen seien. Doch noch tückischer dürfte die unwillkommene Raupe sein. Hasken hat sich bereits schlau gemacht: „Der Schaden wird zu spät bemerkt.“


Auch der Pflanzenschutzdienst Nordrhein-Westfalen hat Alarm geschlagen: Der sogenannte „Buchsbaumzünsler kann in kurzer Zeit die Pflanze kahl fressen". Und, dies wird Hobby- wie Landschaftsgärtner gleichermaßen frustrieren: Die Bekämpfung der gelb-grün-schwarz-gestreiften und bis zu fünf Zentimeter langen China-Raupe ist laut Aussage der nordrhein-westfälischen Landwirtschaftskammer nicht einfach. Denn die Tiere arbeiteten sich von innen nach außen vor, so dass die Pflanze häufig schon zerstört sei, bevor der Schaden an den Blättern sichtbar werde. Bei großen und dicht belaubten Buchsbaumpflanzen sei es zudem schwierig, den inneren Bereich mit Pflanzenschutzmitteln zu benetzen. Durch dichte Gespinste bildeten sich die Raupen zusätzlich einen Schutz. Daher seien die Raupen mit Gift nur schwer zu packen.

Dass sich die China-Raupe auch in Metelen breit machen wird, scheint ausgemacht zu sein. Erst vor wenigen Jahren wurde sie aus Ostasien nach Europa eingeschleppt. Sie startete ihre „Karriere“ in der Schweiz und ist mittlerweile, stets Richtung Norden wandernd, bereits in Nordrhein-Westfalen auf großer Fresstour.

VON JÜRGEN BONSIEPEN, MÜNSTER

22 · 08 · 08



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