Kreis Steinfurt - „Es gibt viel zu wenig Pflegeeltern“ wissen Heidi Lütke-Uhlenbrock und Maria Weißberg, Pflegeeltern-Beraterinnen bei der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland aus ihrer alltäglichen Praxis. Um das zu ändern, haben die Beraterinnen ein Pflegeelternpaar aus Metelen und zwei Pflegemütter aus Gronau und Neuenkirchen eingeladen. Sie sollen von ihren Erfahrungen berichten und Eltern Mut machen, die mit dem Gedanken spielen, ein Pflegekind in ihrer Familie aufzunehmen.
Gerhard und Regina M. haben insgesamt vier Pflegekinder, die heute zum Teil schon erwachsen sind. Zwei Kinder, damals noch in einem anderen Bundesland, seien mehr oder weniger „ad hoc“ in der Familie gelandet, erst zur zeitlich befristeten Pflege, sind dann aber doch auf Dauer geblieben. „Strukturierter“ und deshalb besser sei das bei den anderen beiden Kindern im Kreis Steinfurt abgelaufen - ganz langsam habe man Kontakt aufgenommen, sich kennengelernt. Die leibliche Mutter, so Gerhard M. habe sich vorher verpflichtet, dass ihr Kind in der Pflegefamilie groß werden soll. „Die Pflegeeltern lernen die leiblichen Eltern kennen“, stellt Lütke-Uhlenbrock klar. Angestrebt sei auch, den Kontakt zu den leiblichen Eltern zu erhalten, wenn dieser keine Gefährdung des Kindes bedeute. Solche Kontakte liefen aber immer „kontrolliert“, d.h. über die Beratungsstelle. Solange Gerichtsverfahren laufen, findet keine Vermittlung statt.