Indische Tänze sorgen für Farbe


Kaplan Dhaman Kumar Karanam stellte die drei indischen Tänzerinnen aus Rheine den Besucherinnen des Witwennachmittags im Leerer Pfarrheim vor.
Kaplan Dhaman Kumar Karanam stellte die drei indischen Tänzerinnen aus Rheine den Besucherinnen des Witwennachmittags im Leerer Pfarrheim vor.
(Foto: Neugebauer)


-fn- Horstmar-Leer. „Wir haben eine Angebotslücke entdeckt. Zum zweiten Mal war das Pfarrheim besetzt, als wir uns hier mit den allein stehenden Frauen und Witwen trafen.“ So Ruth Hüsing vom Ortsausschuss Leer der Pfarrgemeinde von St. Gertrudis. „War es beim ersten Mal nur ein Versuch, können wir jetzt monatlich planen,“ freute sich Ruth Hüsing über den Erfolg des Witwentreffs und nannte als nächsten Termin den 7. Dezember.

Zunächst bestand bei Kaffee und Kuchen die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Höhepunkt des Nachmittags waren die Aufführungen klassischer indischer Tänze. Kaplan Dhaman Kumar Karanam hatte seine Beziehungen spielen lassen und drei junge Frauen aus Rheine gebeten, die Tänze seiner Heimat aufzuführen. Es waren Schülerinnen der neunten und zehnten Klasse. Sie gehören mit zu einer Gruppe von zwölf Mädchen im Alter zwischen sieben und 15 Jahren, die regelmäßig proben und in Hamm und im ehemaligen Josefshaus in Wettringen, aber auch in Dortmund und Köln auftreten.


Die drei Akteurinnen haben bereits die Prüfung des dritten Grades bestanden. Wie sie berichteten ist die höchste Auszeichnung der achte Grad, mit dem man selber lehren kann. Das Trio war barfuß. „In den Tempel vor Gott treten wir auch ohne Schuhe“, lautete die Begründung der Tänzerinnen. „Jede Bewegung mit dem Kopf, den Fingern, den Augen und dem Körper hat eine ganz bestimmte Bedeutung“, erklärten die jungen Frauen.

Mutige waren gefragt, als es galt, sich mit dem Sari, dem indischen Kleidungsstück für Frauen zu schmücken. Der Sari bestand aus einem sechs Meter langen Seidenstoff, der um die Hüfte und Schulter geschlungen wurde. Trude Schneider war des Beifalls sicher, als sie so ausgestattet durch die Stuhlreihen flanierte.

Man merkte Kaplan Karanam die Freude an, als er in seinem Lichtbildervortrag von seiner indischen Heimat berichtete. Die Frauen waren begeistert von den zahlreichen Tempeln, den Bildern vom Leben in der Stadt oder auf dem Land. „In Deutschland ist das Wetter bunt, in Indien sind die Menschen bunt gekleidet,“ nannte der Seelsorger einen Vergleich mit seiner Heimat und seiner Wahlheimat in Deutschland. „Ich möchte die in Deutschland geschlossenen und für andere weltlichen Zwecke genutzten Kirchen einpacken und nach Indien schicken, denn dort werden sie gebraucht,“ bekannte der Geistliche.



11 · 11 · 08





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