Greven. Ausgerechnet der Gesamtschulpapst hat die Träume von einer Gesamtschule für Greven platzen lassen. „Kein Bürgermeister, der sich dafür einsetzt, würde wiedergewählt“, analysierte Prof. Klaus Klemm gestern vor dem Schulausschuss. Dennoch kann sich der Bildungsforscher eine ganze Menge dazu vorstellen, wie in Greven die Schule der Zukunft aussehen könnte. Und diese Vorstellungen soll er nun in eine vernünftige Schulentwicklungsplanung gießen. Das jedenfalls hat der Schulausschuss am Donnerstagabend - nach einigen Debatten über die Notwendigkeit oder Überflüssigkeit von genauen Vorgaben für den Planer - vom Grundsatz her beschlossen. Die Details des Auftrags - Kostenpunkt: etwa 15 000 Euro - werden in den nächsten Tagen von der Verwaltung mit den Fraktionen abgestimmt. Bürgermeister Peter Vennemeyer: „Die Mittel dafür sind in den nächsten Haushalt vorsorglich hineingeschrieben.“
Doch zurück zum Thema Gesamtschule: Eine Gesamtschule neben dem bestehenden System hält Klemm im Rahmen des derzeitigen Schulrechts für unrealistisch. Man brauche jährlich mindestens 108 Anmeldungen, darunter einen nicht unerheblichen Teil von Kindern mit Gymnasialempfehlung. „Das funktioniert dort nicht, wo es ein Gymnasium gibt“, so seine Erfahrung. „Das geht nur, wo die Gesamtschule die einzige weiterführende Schule am Ort ist.“ Außerdem fürchtet er, dass ein solches Modell die Hauptschule noch mehr auf eine Rumpfschule reduzieren könnte - zum Nachteil der dort verbleibenden Schüler. Klemm: „Man darf auf keinen Fall die Kinder verheizen.“