Hilft Klemm aus der Klemme?


Von der Häkelnadel an den Computer: Die Unterrichtsinhalte haben eine Revolution hinter sich. Das Schulsystem allerdings hat sich kaum gewandelt. Noch immer ist es dreigliedrig wie im alten Ständestaat Preußen.
Von der Häkelnadel an den Computer: Die Unterrichtsinhalte haben eine Revolution hinter sich. Das Schulsystem allerdings hat sich kaum gewandelt. Noch immer ist es dreigliedrig wie im alten Ständestaat Preußen.


Greven. Greven steckt im Schlamassel. Die Hauptschule magert ab. Der Schulstandort Reckenfeld steht vor dem Aus. Viele Eltern wollen ihre Kinder zur Gesamtschule schicken, aber die sind im Kreis überfüllt. Lösungen sind schwierig, denn die Stadt ist klamm. Aber die Bürger warten immer ungeduldiger auf eine Lösung - das macht Druck ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl. Hinzu kommt, dass die Emsdettener laut über die Einführung einer Gemeinschaftsschule nachdenken. Das könnte den Reckenfeldern attraktive Alternativen bieten - und möglicherweise für die Hauptschule existenzbedrohend sein. Was also tun? Nun, der Grevener Rat holt sich Rat. Bei einem Professor. Bei Prof. Dr. Klaus Klemm. Der soll aus der Klemme helfen.

Am heutigen Donnerstag, 9. Oktober, gibt es ein erstes Beschnuppern. Der Bildungsexperte wird um 17 Uhr im Rathaus vor dem Schulausschuss Schlaglichter auf die Situation vor Ort werfen. Vielleicht wird daraus eine langfristige Zusammenarbeit.


Klaus Klemm, Jahrgang 1942 und seit kurzem emeritiert, war jahrzehntelang Professor für Bildungswissenschaften mit Schwerpunkt Bildungsforschung an der Universität Duisburg-Essen. Das SPD-Mitglied hat in den bildungspolitischen Debatten der vergangenen 30 Jahre kräftig mitgemischt und gilt als klarer Verfechter der Gesamtschule. Zitat aus einem Interview: „Die Aufteilung der Kinder nach der vierten Klasse halte ich für unsinnig. Aber das ist eine Debatte, die in Deutschland zu nichts führt.“

In Greven nun betritt der Bildungsexperte vermintes Gelände. Die Positionen sind weit auseinander (siehe unten). Die Handlungsmöglichkeiten gering. Aus dem vergangenen Bürgermeisterwahlkampf, der zuletzt von der Schulfrage dominiert wurde, sind Verletzungen geblieben. Und Versprechungen wurden gemacht, die gehalten werden wollen. Die Diskussion kann spannend werden.

VON MONIKA GERHARZ, GREVEN


08 · 10 · 08





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