Mit Glasfaser raus aus dem Mittelalter


Dieter Jansen (Jansen Dienstleistung) und Jürgen Schäpermeier (Stadtwerke) vor dem Zauberkabel.Foto:
Dieter Jansen (Jansen Dienstleistung) und Jürgen Schäpermeier (Stadtwerke) vor dem Zauberkabel.Foto:
(Peter Beckmann)


Greven - „In Sachen Kommunikationswege leben wir in Deutschland noch im Mittelalter, da sind uns die Niederlande Lichtjahre voraus“, ist sich Dieter Jansen von der „Jansen Systemberatung“ sicher. Doch in Greven hat gestern die Neuzeit begonnen. Als erstes Unternehmen wurden die Stadtwerke an das Glasfasernetz der Non-Profit-Organisation „NDix“ angeschlossen.

„Das ist ein knallharter Standortvorteil für Greven“, freute sich Stadtwerke-Chef Jürgen Schäpermeier über die neue Technologie. „Das katapultiert uns in eine andere Liga.“ Denn mit dem neuen Glasfasernetz werden die Kommunikationswege gleich bis zu 625 Mal schneller als das schnellste DSL-Netz. 10 000 Mbit pro Sekunde sind mit dem neuen Netz möglich - DSL schafft gerade einmal 16 Mbit. Weiterer Vorteil: Das Glasfasernetz ist synchron. Das heißt, dass Uploads genau so schnell wie Downloads möglich sind.


Das Bauunternehmen Alpine und Jansen Systemberatung sind für NDix in Vorleistung getreten, die Stadtwerke stellten die Leerrohre für die Verlegung der Glasfaserkabel zur Verfügung. Und diese Verlegung ist nicht gerade preiswert. 50 000 Euro kostet der Kilometer.

In Greven konnten für das Netz, dass von den Niederlanden über Steinfurt und Emsdetten in die Emsstadt führt, schon einige Kunden gewonnen werden. Neben den Stadtwerken sind das das Grevener Krankenhaus im Verbund mit den Krankenhäusern in Emsdetten und Borghorst, die Firmen Egeplast und Strothmann sowie der FMO. Gespräche laufen derzeit mit der Stadtverwaltung und der Firma Fiege. „Wir gehen davon aus, dass auch jede Firma, die sich im Airportpark ansiedelt, angeschlossen wird.“ Außerdem sollen weitere mittelständische Betriebe gewonnen werden.

Der Anschluss kostet momentan noch ab 500 Euro im Monat. Je mehr Firmen angeschlossen sind, um so preiswerter wird es. „In Enschede ist fast jeder Haushalt an das Glasfasernetz angeschlossen, da kostet der Anschluss nur noch 30 Euro“, weiß Jansen.

Die Anwendungsmöglichkeiten für das Glasfasernetz sind vielfältig. „Wenn im Grevener Krankenhaus eine OP läuft, könnte das ein Spezialist in Emsdetten in Echtzeit beobachten und Anweisung geben“, nennt Jansen nur ein Beispiel.

Klar ist, dass in diesem Netz das Internet, Telefonie und Fernsehen miteinander verschmelzen. „Das ist die Technologie der Zukunft“, ist sich Schäpermeier sicher.

VON PETER BECKMANN, GREVEN


22 · 04 · 09




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