Wer spielt künftig die Orgel?


Noch ist kein neuer hauptamtlicher Organist und Chorleiter gefunden, der in St. Johannes arbeiten möchten. Foto:
Noch ist kein neuer hauptamtlicher Organist und Chorleiter gefunden, der in St. Johannes arbeiten möchten. Foto:
(mas)


Altenberge - Immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger für den Organistin Markus Lienstromberg ist die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist. Im Dezember verließ Lienstromberg Altenberge in Richtung Rheinland. „Ich bin zuversichtlich“, sagt kurz und knapp Pfarrer Dr. Josef Wieneke. Er ist auch deshalb zuversichtlich, dass in naher Zukunft ein neuer Organist begrüßt werden kann, da die nun ausgeschriebene Stelle einen Beschäftigungsumfang von 100 Prozent hat. Dies war bislang nicht der Fall. Zu den künftigen - neuen - Aufgabenfeldern gehört auch die musikalische Früherziehung in den Kindergärten, erläutert Josef Wieneke.

Dass es nicht ganz einfach ist, einen Organisten mit einem B-Examen, Diplom oder Bachelor-Abschluss zu finden, weiß Ulrich Grimpe, Referent für Kirchenmusik im Bistum Münster. „Wir müssen Arbeitsplätze schaffen, die den Veränderungen der Arbeitswelt Rechnung tragen“, so der Referent. „Die Organisten müssen auch mal Luft holen können“, weist Grimpe auf die nicht alltäglichen Arbeitszeiten - schwerpunktmäßig an den Wochenenden und in den Abendstunden - hin.


Mittlerweile gebe es wenige Abiturienten, die ausschließlich Kirchenmusik studieren, sagt Ulrich Grimpe. Mittlerweile sei es möglich, nach dem Grundstudium sowohl und Kirchen- als auch Schulmusik zu studieren. Und viele entscheiden sich offenbar nach dem Studium für die Schulmusik. „Ein geregelter Dienst und eine gute Bezahlung“, nennt Grimpe zwei Argumente für diesen Weg.

Dennoch: Durch die ausgeschriebene Vollzeitstelle sieht der Kirchenmusiker gute Chancen, den vakanten Posten in St. Johannes wieder zu besetzen. Nicht zu unterschätzen: Die „individuelle Entfaltung“ ist nach Ansicht des Referenten für Kirchenmusik für einen Organisten wesentlich größer als für einen Schulmusiker.

Um für eine Entlastung des hauptamtlichen Organisten zu sorgen, müssten sich insbesondere Menschen dafür entscheiden, nebenberuflich eine Orgelausbildung an der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Angriff zu nehmen. Derzeit sind es immerhin 35 Musiker, die eine C-Prüfung ablegen wollen, freut sich Grimpe. Und diese Organisten seien in den Pfarrgemeinden erforderlich, um die Vollzeitkräfte zu vertreten und zu entlasten.

VON MARTIN SCHILDWÄCHTER, ALTENBERGE


11 · 01 · 12





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