Sparwille scheitert am Hügel


Hügellandschaften wie diese auf dem Spielplatz Kortebrey in Darfeld sollen nach Wunsch des Bürgermeisters aus Spargründen aufgegeben werden - die Kommunalpolitiker stellten dieses Ansinnen aber zunächst in die Zeit. Foto: fw
Hügellandschaften wie diese auf dem Spielplatz Kortebrey in Darfeld sollen nach Wunsch des Bürgermeisters aus Spargründen aufgegeben werden - die Kommunalpolitiker stellten dieses Ansinnen aber zunächst in die Zeit. Foto: fw


Rosendahl. Sparen ja - aber nicht um jeden Preis. "Solche Spielplätze sind für den Wohnwert in unserer Gemeinde sehr wichtig", machte Lisa Margeaux Meier (FDP) deutlich. Da mache es wenig Sinn, die Attraktivität deutlich herunterzuschrauben. Eine Einschätzung, die der Ausschuss für Sport, Kultur, Familien und Soziales einstimmig teilte: Den Vorschlag von Bürgermeister Franz-Josef Niehues, die Hügellandschaften auf den meisten Rosendahler Spielplätzen einzuebnen, stellten die Politiker erst einmal in die Zeit.

Die Idee, erläuterte Niehues, fuße auf dem Sparzwang der Gemeinde. Eine Stelle im Gemeindebauhof sei schon eingespart worden, eine weitere, die im Herbst 2012 durch Ruhestand frei werde, soll ebenfalls nicht neu besetzt werden. "Wir müssen den Aufwand reduzieren", betonte der Bürgermeister. "Einsparpotenzial gibt es noch bei den Spielplätzen." Denn gerade die Hügellandschaften seien nicht mit dem Traktor zu pflegen, sondern aufwändig mit dem Handmäher. "Durch diese Steigungen leiden auch die Geräte, was Reparaturkosten von rund 2000 Euro im Jahr verursacht", ergänzte Bauhof-Leiter Stefan Averesch. Nicht betroffen sein sollten natürlich die Spielplätze mit Seilbahnen, die ohne Hügel nicht funktionierten, erläuterte Niehues - ansonsten seien die meisten Spielgeräte auf auf ebenen Flächen zu verwenden.


Sich von den Hügellandschaften in Darfeld (Kortebrey und Schützenstraße), Holtwick (Eichengrund und Fünersfeld) sowie Osterwick (Kleikamp und Zum Wiedel) zu verabschieden, schmeckte den Ausschussmitgliedern allerdings nicht. "Diese Spielplätze werden so gut angenommen, dass wir alles versuchen sollten, sie in dieser Form zu behalten", betonte Clara Everding (WIR) und erhielt volle Rückendeckung von Winfried Weber (Grüne). "An dieser Stelle zu sparen ist der falsche Punkt", erklärte er. "Wir sollten lieber mal an den Straßen das Gras länger wachsen lassen." Und Tobias Espelkott (WIR) verwies darauf, dass mehrere triste Spielplätze im Gemeindegebiet bereits aufgegeben worden seien: "Auf den Flächen, die wir noch haben, darf die Attraktivität nicht leiden."

Ralf Steindorf (CDU) ging noch einen Schritt weiter, hielt den Vorschlag für nicht ausgegoren. "Wir sollten die Hügel nicht einfach platt machen, sondern erst einmal bei den Nachbarschaften abklopfen, ob es Möglichkeiten gibt, in die Pflege einzusteigen", betonte er. Das, urteilte Bürgermeister Niehues, werde nicht funktionieren, denn auch mit den Grünpatenschaften seien keine guten Erfahrungen gemacht worden. Von den Bürgern sei auch gar nicht zu verlangen, die Pflege der Spielplätze zu übernehmen: "Das sind große Flächen, und die Steigungen bergen bei Nässe auch noch Verletzungsgefahren."

Letztlich einigte sich der Ausschuss auf den Vorschlag von Lisa Margeaux Meier, durch die Verwaltung ein Konzept erstellen zu lassen, ob Spielplätze aufzugeben oder umzugestalten seien - und wo es wenn überhaupt wirklich Sinn mache.

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02 · 02 · 12





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