Radweg statt heimliche Umgehung


Gemeinsam angepackt: Mit Leitpfosten und Farbe haben die Anlieger der Jägerheide einen Radweg abgetrennt und damit für mehr Sicherheit gesorgt.
Gemeinsam angepackt: Mit Leitpfosten und Farbe haben die Anlieger der Jägerheide einen Radweg abgetrennt und damit für mehr Sicherheit gesorgt.


Darfeld. Der Betrieb auf der beschaulichen Jägerheide erstaunte selbst die Besucher. "Meine Verwandtschaft konnte gar nicht fassen, wie viele Autos hier unterwegs sind", schüttelt Heribert Bertmaring den Kopf. Die Piste durch die Darfelder Bauerschaft als heimliche Umgehungsstraße - das hat ein Ende: Durch die Initiative der Anlieger ist mit Farbe und Pfosten ein Radweg abgegrenzt worden, der als optische Bremse dient.

Das Problem sei immer heftiger geworden, erinnert sich Günter Riermann: "Durch die neue Umgehungsstraße haben die Autofahrer viel häufiger diesen Weg benutzt." Wer von Billerbeck in Richtung Schöppingen oder umgekehrt unterwegs gewesen sei, habe oft die vermeintliche Abkürzung gewählt. "Früher kannten wir das schon von der Umleitung zum Stoppelmarkt", sagt Gisela Bertmaring. "Aber das war nur einmal im Jahr und nicht ständig." Auch selbst aufgestellte Schilder mit dem Hinweis, der Weg über die Jägerheide bringe keine Zeitersparnis, nutzten nichts. "Irgendwann kam eine Sperrung für Lkw über 3,5 Tonnen, aber auch daran haben sich längst nicht alle gehalten", so Heribert Bertmaring.


In Bewegung sei die Geschichte durch ein Schreiben an Landrat Konrad Püning gekommen, erzählt Günter Riermann. Daraufhin habe ein Ortstermin mit Udo Dress, dem Leiter der Straßenverkehrsbehörde des Kreises, Fachbereichsleiter Antonius Homering und Günter Vollmer von der Kreispolizeibehörde stattgefunden. Die Idee: Von der bestehenden Fahrbahn kann ein Streifen als sogenannter Angebotsradweg abgetrennt werden. Das Problem: Mit dem Haushaltssicherungskonzept der Gemeinde war ein möglicher Zuschuss für Leitpfosten und Fahrbahnmarkierung erst einmal vom Tisch. "Also haben wir das selbst in die Hand genommen", lächelt Riermann. "Dank Eigenleistungen und einiger Sponsoren haben wir das hinbekommen." Unter der Aufsicht eines Bauhofmitarbeiters haben die Anlieger selbst die Leitpfosten gebohrt und gesetzt, eine Firma hat die Farbarbeiten übernommen.

Jetzt haben sie ihren Radweg, und der Effekt ist enorm, sagt Heribert Bertmaring: "Es sind viel weniger Autos bei uns unterwegs - und wer die Strecke nutzt, fährt deutlich langsamer." Denn der Begegnungsverkehr habe es nun reichlich eng. "Es gibt Aussparungen zwischen den Pfosten, in denen auch eine Begegnung mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen möglich ist", so Bertmaring. "Aber man muss eben langsam fahren." Ihre Attraktivität als heimliche Umgehung habe die Jägerheide jedenfalls verloren.

Ein kleines Fest zur Eröffnung ihres Radweges, der jetzt direkt an den "Schutzengelweg" in Geitendorf anschließt, feiern die Anlieger am Sonntag (18..7.) mit allen Sponsoren und Bürgern. Beginn ist um 11 Uhr auf dem Hof Schürmann, Jägerheide 35. Spätestens dann können sich alle Interessenten davon überzeugen, dass sie jetzt sicherer über die Jägerheide kommen. "Es sind hier viel mehr Radfahrer als früher unterwegs", lächelt Gisela Bertmaring. "Das ist eine tolle Sache."



02 · 07 · 10





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