Blick in die Zukunft

Ein Blick in die Zukunft


Projektleiter Michael Katzer (l.) begrüßte die Gäste der Präsentation im Berufskolleg. Die einzelnen Ergebnisse wurden an den Stelltafeln diskutiert.Foto:
Projektleiter Michael Katzer (l.) begrüßte die Gäste der Präsentation im Berufskolleg. Die einzelnen Ergebnisse wurden an den Stelltafeln diskutiert.Foto:
(west)


Lüdinghausen - Demnächst stehen Umbau- und Erweiterungsarbeiten am Caritas-Wohnheim in Ascheberg auf dem Programm. Wie groß sollten die Zimmer sein? Appartements oder Zwei-Bett-Zimmer? Wohngemeinschaften oder Einzelzimmer? Diese Fragen müssen die Bauherren des Caritasverbandes beantworten. Die Bewohner des Ascheberger Wohnheims, aber auch die Bewohner der übrigen Anlagen in Lüdinghausen und Olfen haben dazu schon ihre Meinung gesagt: Der Caritasverband für den Kreis Coesfeld und das Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg stellten gestern ihre Wohnbedarfsanalyse vor. 627 Menschen mit Behinderungen wurden darin gefragt, wie sie in Zukunft wohnen wollen.

„Wir nehmen die Wünsche der Menschen mit Behindereungen ernst“, erklärte gestern Christian Germing, Abteilungsleiter für Behindertenhilfe beim Caritasverband. Das Projekt habe für den Verband eine große Bedeutung, werfe man damit doch einen Blick in die Zukunft: Es gibt Auskunft über die aktuelle Zufriedenheit der Bewohner und die künftigen Bedürfnisse.


Projektleiter Michael Katzer, der sowohl für den Caritasverband im Wohnheim an der Werdener Straße als auch im Berufskolleg tätig ist, betrachtete nicht nur das Daten- und Zahlenwerk als wertvolles Instrumentarium und Ergebnis. Er freute sich auch darüber, dass das Projekt belegt habe, dass es möglich sei, behinderte Menschen in eine solche Befragung einzubeziehen. Immerhin wurde die Befragung auch mit Schwerst-Mehrfachbehinderten durchgeführt. Sein Dank galt daher auch den Schülerinnen und Schülern des Fachbereichs Heilerziehungspflege am Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, die die Befragung entwickelt, durchgeführt und ausgewertet hatten. Das war sicherlich kein Kinderspiel, denn 627 Menschen wurden von 15 Berufskolleg-Schülern befragt. Über 60 000 Daten mussten ausgewertet werden. „Da haben die Köpfe geraucht“, versicherte der Projektleiter gestern bei der Präsentation, zu der auch zahlreiche Menschen mit Behinderungen erschienen waren.

276 Menschen mit Behinderungen wohnen (noch) zu Hause. Diese Menschen und deren Eltern werden älter. Wie wollen und können sie in Zukunft wohnen? Die Analyse soll darauf eine Antwort geben. Auf die konkreten Ergebnisse hofft auch die Politik, wie beispielsweise Anni Willms, die an der Präsentation teilnahm, bestätigte. Als Kreistagsabgeordnete und Mitglied der Landschaftsversammlung will sie dafür sorgen, dass die Analyse in den richtigen Gremien diskutiert wird.

VON WERNER STORKSBERGER, LÜDINGHAUSEN


27 · 01 · 12





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