Nordkirchen. Lange hat er im Dornröschenschlaf gelegen: der Westgarten am Schloss Nordkirchen. Während der beliebte Park rund um das Westfälisches Versailles ansonsten sehr reich ausgestattet ist mit Zierrat, erstreckt sich zwischen Oranienburg und Orangerie eigentlich nur noch eine öde Wiese. Von der ehemaligen Pracht altherrschaftlicher Zeiten ist nicht mehr viel übrig. Nur vier Steinvasen vor der Oranienburg lassen noch erahnen, wie es hier vor rund 300 Jahren einmal ausgesehen haben könnte, als zahlreiche Skulpturen auch den Westgarten schmückten. Ganz zurückgeholt werden kann das wohl nicht, aber im Rahmen der Regionale 2016 wollen die Fachhochschule für Finanzen und die Gemeinde Nordkirchen jetzt zumindest den Versuch unternehmen, den Westgarten "zukunftsgerichtet neu zu gestalten".
"Die Erlebnis-, aber auch die Informationsqualität für die Besucher soll gestärkt werden, um unter anderem auch die Leuchtturmfunktion des Schlosses mit seiner Strahlkraft für die zahlreichen weiteren Schlossanlagen des Münsterlandes weiter auszubauen", erläutert Nordkirchens Bürgermeister Dietmar Bergmann. Udo Woltering und Hartmut Kalle vom Westfälischen Amt für Landschafts- und Baukultur haben erste Pläne für einen Antrag bei der Regionale federführend ausgearbeitet. Gemeinsam mit Fachhochschulleiter Franz-Josef Flacke war Bergmann jetzt beim Finanzministerium in Düsseldorf, um für das ehrgeizige Projekt zu werben. Mit Erfolg. Wie Bergmann berichtet, habe Ministerialdirigent Bromund grundsätzlich seine Unterstützung zugesagt. Bei einem Besuch soll sich NRW-Finanzminister Dr. Walter-Borjans vor Ort ein Bild machen von der Notwendigkeit der Maßnahme, die laut Bergmann auch Vorbildcharakter für andere Gartenanlagen hätte.