Standortfrage ist ein Faktor

Havixbeck - Die Stadt Münster möchte in den nächsten Jahren eine fünfzügige Gesamtschule einrichten. Diese Aussage steht ganz oben in der Maßnahmenliste zur Schulentwicklungsplanung in der Stadt. Der Standort für eine solche Gesamtschule ist noch völlig offen. Bislang ist es nur ein Entwurf der Stadt Münster, aber dennoch muss sich die Gemeinde Havixbeck fragen, was das für ihre Gesamtschule auf dauer bedeuten könnte.

Auch in dieser Richtung hat sich AFG-Schulleiter Dr. Torsten Habbel einige Gedanken gemacht. Er begrüßt die Entscheidung der Stadt Münster, eine weitere Gesamtschule einzurichten. Sie überwinde damit ein „Tabu“, das durch den Bürgerentscheid gegen Gesamtschulen von vor zehn Jahren entstanden sei, und kenne nun den gewandelten Elternwillen an. „Ich lese aus der Entscheidung von Münster eine klare Aufwertung der Schulform Gesamtschule“, sagte Dr. Torsten Habbel am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung.


Die Standortfrage ist in Münster sicherlich ein entscheidender Faktor, auch für Havixbeck. Bislang kommen in jedem Schuljahr rund 30 Schüler aus Münster zur AFG. Bisher ist nur bekannt, dass eine Hauptschule in Münster geschlossen werden soll. „Wenn es dabei bleibt, halte ich dies für ein fatales Signal. Denn Havixbeck hat auch deswegen eine so gute Gesamtschule, weil hier alle Schüler herzlich willkommen sind und keine konkurrierenden Schulformen vor Ort sind“, meinte Habbel. Die Standortfrage könne aber direkte Auswirkungen auf die AFG und die Friedensschule haben.

Den Schulleitern falle es immer besonders schwer, Eltern und ihren Kindern sagen zu müssen, dass man im Losverfahren kein Glück gehabt hätte.

Die Standortfrage kann aber auch direkte Auswirkungen auf die AFG haben, falls in Münster die Gesamtschule im Norden der Stadt errichtet würde. Dies sei, so Habbel, zum jetzigen Zeitpunkt jedoch Spekulation und er halte dies für unwahrscheinlich. „Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass selbst dann viele Anmeldungen aus diesem Bereich nach Havixbeck erfolgen, da die AFG in Münster einen hervorragenden Ruf genießt und es eine gute Tradition gibt, Kinder aus Münster in der AFG anzumelden“, verdeutlichte Schulleiter Habbel seine Sicht der Dinge.

Die Anne-Frank-Gesamtschule zeige sich grundsätzlich offen für Schulentwicklung. Deswegen habe die Schulkonferenz am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, dass die Anne-Frank-Gesamtschule für Kooperationsgespräche mit noch zu gründenden Gemeinschaftsschulen zur Verfügung stehe.

Dass die AFG hervorragend aufgestellt ist, hat der schulfachliche Dezernent Ladleif von der Bezirksregierung bestätigt. Er lobte die Schulentwicklung und die Qualität der Anne-Frank-Gesamtschule, die sich weiterhin nachhaltig verbessert habe.

VON KLAUS DE CARNÉ, HAVIXBECK


01 · 10 · 10





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