Viele Gründe sprechen für eine Kooperation


AFG-Schulleiter Dr. Torsten Habbel befürwortet eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule.Foto:
AFG-Schulleiter Dr. Torsten Habbel befürwortet eine Kooperation mit der Gemeinschaftsschule.Foto:
(Klaus de Carné)


Havixbeck - Die Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) hat Interesse, mit der zukünftigen Gemeinschaftsschule in Billerbeck zu kooperieren. Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte AFG-Schulleiter Dr. Torsten Habbel welche Gründe für diese Kooperation sprechen.

„Eine Gemeinschaftsschule ist - im Kontext der in NRW angebotenen Schulformen - am ehesten mit der Gesamtschule vergleichbar“, erklärte Habbel. Gerade bei der Gründung einer neuen Schule würden viele Fragen aufkommen, die eine Schule aus sich heraus kaum beantworten könne. Als Beispiele nannte er den gebundenen Ganztag, das Förderangebot oder die Differenzierung ab Klasse 7. Dabei könnte die AFG die Gemeinschaftsschule unter pädagogischen wie organisatorischen Aspekten sinnvoll beraten, da die AFG nicht nur über Erfahrungen verfüge, sondern bereits für viele andere Schulen Vorbildcharakter habe.


„Billerbecker Eltern wählen seit Jahren Gesamtschulen als die beste Schulform für ihre Kinder“, so Habbel. Sowohl die Friedensschule in Münster als auch die AFG nähmen gerne Schüler aus Billerbeck auf. In diesem Schuljahr besuchen 79 Schüler aus Billerbeck die AFG, davon gehen 16 in die Oberstufe. Und die sei gut aufgestellt, so Habbel. Das belegten die Qualitätsanalyse und die Ergebnisse des Zentralabiturs. In der dreizügigen Sekundarstufe der AFG melden sich rund 60 bis 70 Schüler pro Jahrgang an. Durch eine erhöhte Aufnahme von Schülern würde gleichzeitig das Angebot weiter ausgebaut.

Schulleiter Dr. Torsten Habbel nannte aber noch weitere Gründe, die für eine Kooperation sprächen. So könne die Gesamtschule im Vergleich zu anderen Schulen mit gymnasialer Oberstufe, den Übergang für Schüler der Gemeinschaftsschule von Sekundarstufe I zur Sekundarstufe II am besten gestalten. Dies habe mehrere Ursachen. Die Anne-Frank-Gesamtschule kenne von ihren Anfängen an den Umgang mit heterogenen Lerngruppen. Die Wertigkeit von Noten in der Sekundarstufe I sei auf einer Gesamtschule anders als auf dem Gymnasium. So genüge Gymnasialschülern für die Versetzung in die Oberstufe in den sogenannten Hauptfächern die Note „ausreichend“. Auf der Gesamtschule sei die Note „gut“ im E-Kurs die Voraussetzung für die Qualifikation. Mit anderen Worten: In der Gesamtschule (und vermutlich auch in der Gemeinschaftsschule) seien die Anforderungen in der Jahrgangsstufe 10 an die Note „gut“ geringer als auf dem Gymnasium. In der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe seien die Notenanforderungen aber wieder identisch. „Diese Rahmenbedingung in der Notendefinition hat Auswirkungen auf die Mittel- wie Oberstufe“, erklärte Habbel. Die Schüler müssten dabei begleitet werden, damit sie diese Differenz verstehen und entsprechend damit umgehen könnten.

Und noch ein weiterer Aspekt sei in diesem Zusammenhang von Bedeutung. Wenn die Schüler einer Gemeinschaftsschule in die Oberstufe einer Gesamtschule wechselten, sei dieser Übergang homogen, da die Schüler eine vergleichbare Schullaufbahn durchlaufen hätten. Würden die Schüler der Gemeinschaftsschule beispielsweise in die Oberstufe eines Gymnasiums gehen, so seien sie nicht nur älter, sie kämen auch dort zum zweiten Mal in die Klasse 10.

Die Anne-Frank-Gesamtschule ist auch bei anderen Schulen ein gefragter Ansprechpartner. „So stehen wir im engen Kontakt mit der Münsterlandschule Tilbeck, die seit diesem Jahr als Realschule zugelassen ist und erstmals in sechs Jahren den Mittleren Schulabschluss vergibt“, berichtet Habbel.

VON KLAUS DE CARNÉ, HAVIXBECK


24 · 09 · 10





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