Hohe Spritpreise: Wohin geht die Reise?


1,519 Euro für Diesel, 1,699 für Super: An vielen Tankstellen in Dülmen ist es derzeit ruhig.
1,519 Euro für Diesel, 1,699 für Super: An vielen Tankstellen in Dülmen ist es derzeit ruhig.
(Jürgen Primus)


Dülmen. Josef Hölker, Eigentümer der Westfalen-Tankstelle in Merfeld, vergleicht, wie seine Kunden, mehrfach am Tag die Spritpreise der Konkurrenz. „Ich schaue häufig Richtung Borken. Da gibt es enorme Unterschiede.“

Denn die derzeit hohen Spritpreise spürt auch Hölker. „20 bis 30 Prozent weniger Kunden besuchen unsere Tankstelle“ und damit auch den Shop. „Wir finanzieren uns heute doch gar nicht mehr durch den Spritverkauf, sondern in erster Linie über den Verkauf von Getränken, Süßigkeiten und anderen Waren.“ Hölker persönlich habe auch gar kein Interesse an hohen Spritpreisen. „Als Eigentümer bekomme ich seit fast 30 Jahren 1,71 Cent pro verkauften Liter Sprit. Bei Pächtern sind es häufig nur 1,2 oder gar nur ein Cent.“ Daher verdiene er trotz der hohen Spritpreise „im Moment nicht mehr. Im Gegenteil.“


Die Zahl der Kunden in der Star-Tankstelle an der Münsterstraße sei im Vergleich zu anderen Monaten stabil, sagt Mitarbeiterin Jenny Götze und verweist auf zahlreiche Stammkunden. „Nur das Tankverhalten hat sich geändert. Früher wurde auch mal vollgetankt, jetzt wird nur für 20 oder 30 Euro Sprit eingefüllt.“

Die hohen Benzinpreise lassen viele Autofahrer schaudern. Gerade Pendler merken die hohen Preise im Portemonnaie. „Und das auch noch im Januar und Februar, wo auch viele Versicherungen bezahlt werden müssen“, ergänzt Jenny Götze. Drago Cubel (62) war früher beruflich auf Montage und daher viel mit dem Auto unterwegs. „Das Auto ist doch eigentlich heute kein Luxus mehr“, sagt der Fast-Rentner. „Aber wenn das so weitergeht, werde ich meinen Pkw abschaffen.“

Andreas Krunke von der BFT-Tankstelle an der Coesfelder Straße hat festgestellt, „dass die Autofahrer genau auf den Preis achten.“ Persönliche Anfeindungen angesichts der hohen Spritpreise gebe es im Gegensatz zu früher heute aber nicht. „Die Kunden wissen, dass wir die Preise nicht machen.“ Daher könne der Fachmann auch gar nicht sagen, wohin die Reise gehe, wohin sich die Spritpreise verändern werden. „Wir wissen das, wie der Verbraucher, auch nicht vorher.“

Tim Hölker, Mitarbeiter vom Auto Check Hölker in Merfeld hat angesichts der hohen Spritpreise mehr zu tun. „Wir rüsten dann mehr Fahrzeuge auf Autogas um, als wenn der Spritpreis niedrig ist.“ Bei älteren Fahrzeugen schlage die Gasanlage samt Einbau mit rund 1700 Euro zu Buche. Bei neueren Fahrzeugen koste die Umrüstung rund 2500 Euro. „Das ist ein Rechen-Exempel, ob sich so eine Anlage lohnt, oder nicht.“ Tankstellen-Betreiber Krunke verweist aber darauf, dass Autogas bis 2018 steuerbegünstigt bleibt.

VON JÜRGEN PRIMUS UND LARA HECKMANN


22 · 02 · 12





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
AKTUELLE FOTOSTRECKEN
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.
MÜNSTERLAND


© Ahlener Zeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette