Südumgehung: Fertigstellung nicht vor 2015


Der Kartenausschnitt zeigt den Verlauf der geplanten Südumgehung von der Halterner Straße (l.) bis zur (braun eingezeichneten) Langen Nase (r.). Die Umgehung verläuft zum Teil auf der Hülstener Straße und parallel zum Dernekämper Höhenweg. Die Straße unterquert die Bahnlinie (violett eingezeichnet) nördlich der jetzigen Bahnunterführung.
Der Kartenausschnitt zeigt den Verlauf der geplanten Südumgehung von der Halterner Straße (l.) bis zur (braun eingezeichneten) Langen Nase (r.). Die Umgehung verläuft zum Teil auf der Hülstener Straße und parallel zum Dernekämper Höhenweg. Die Straße unterquert die Bahnlinie (violett eingezeichnet) nördlich der jetzigen Bahnunterführung.
(Kreis Coesfeld, Abteilung für Straßenbau)


Dülmen. Immer wieder ist von ihr die Rede, und gerade von den Kaufleuten an der Münsterstraße wird sie herbeigesehnt - doch noch ist der erste Spatenstich nicht getan.

Dabei liegen die Pläne für die Südumgehung, die den aus und in Richtung Ruhrgebiet fließenden Verkehr um die Innenstadt herumleiten soll, fix und fertig in der Schublade. Doch ohne die Deutsche Bahn kann die Stadt Dülmen nicht mit den Bauarbeiten beginnen. Schließlich muss die neue Straße die viel befahrene Bahnlinie Münster- Ruhrgebiet unterqueren. Für das neue Brückenbauwerk ist die Bahn zuständig. Doch dort befinde man sich gerade mal in der Vorplanung, wie ein Bahnsprecher am Dienstag gegenüber unserer Zeitung sagte.


Immerhin: Einen Zeitrahmen gibt es schon: Baubeginn solle im Laufe des Jahres 2014 sein, heißt es seitens der Bahn.

Die Stadt Dülmen wird konkreter: „Die Bahn beschäftigt sich derzeit mit dem so genannten Rahmenbauwerk, welches als spätere Brücke zunächst auf einer Fläche neben dem Bahndamm gebaut und später in die Trasse geschoben wird“, erläutert Stadtpressesprecherin Nina Wischeloh. Die genaue Lage des Durchstichs durch die Bahnstrecke müsse noch überprüft werden. Zur Vermeidung erforderlicher Oberleitungsarbeiten könnte es noch zu einer leichten Verschiebung kommen, skizziert Wischeloh die Schwierigkeiten.
Für die Stadt bedeutet dies alles, dass sie warten muss. „Erst wenn die Eisenbahnbrücke steht, kann der durchgehende Straßenbau erfolgen“, sagt Nina Wischeloh.

Überlegt werden allerdings, ob einzelne Verknüpfungspunkte der neuen Straße mit dem bestehende Straßennetz wie dem Kreisverkehr an der Halterner Straße schon früher gebaut werden oder ob die wirtschaftlichere Lösung gewählt werde. „Wirtschaftlicher ist, den gesamten Straßenbau in einer Maßnahme durchzuführen“, so die Stadtsprecherin. Sie skizziert, was technisch von der Bahn zu leisten ist und was die Planung so schwierig macht.

„Für den Einschub des Brückenbauwerks ist - wie damals bei der „langen Nase“ - eine so genannte Sperrpause erforderlich. Für die Dauer eines Wochenendes wird die Strecke für den kompletten Durchgangs-Bahnbetrieb gesperrt. Innerhalb dieser zwei oder drei Tage werden der Bahndamm samt Gleise abgetragen, die Brücke eingeschoben, die Widerlager verfüllt sowie Schotterbettung und Gleise wieder hergerichtet.“

Wann diese Sperrpause eingelegt werden kann, entscheidet allein die Bahn: „Der Zeitpunkt ist nicht verhandelbar.“ Für die Bahn gelte es, übergeordnete betriebliche Erfordernisse und geplante Baustellen im weiträumigen Netz zu koordinieren. Als nächstmöglicher Termin für die Sperrpause gilt Herbst 2014. Danach könne, so die Stadt, der durchgehende Straßenbau erfolgen. Sie geht von einer Fertigstellung der gesamten Südumgehung von der Halterner Straße bis zur „Langen Nase“ im Jahr 2015 aus.

Für die Kaufleute an der Münsterstraße keine erfreuliche Aussicht. War man ursprünglich doch sogar von einer Fertigstellung im Jahr 2013 ausgegangen, wie August Michael Lehmkuhl als Sprecher der Kaufleute unter den Arkaden sagt. Denn erst wenn die Südumgehung gebaut und die Münsterstraße vom Durchgangsverkehr befreit ist, können hier weitere Maßnahmen durchgeführt werden, die die Straße als Einkaufsstraße wieder attraktiver machen sollen. Bestärkt in ihrer Hoffnung, dass dieses Konzept aufgeht, wurden die Kaufleute während des Dülmener Winters. Ihr Weihnachtsmarkt an den Arkaden sei sehr gut angekommen, „wir haben viel Lob dafür bekommen“, so Lehmkuhl. Auch die bisherigen Maßnahmen wie die neue Pflasterung hätten den Bereich spürbar aufgewertet.

VON CLAUDIA MARCY


07 · 02 · 12





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