Buldern. 5000 Unternehmen mit rund 245.000 Arbeitsplätzen zählt die Industrie allein im Bereich Nord-Westfalen. Trotzdem ist das Image nur Mittelmaß. Bei einer repräsentativen Umfrage erhielt die Industrie die Schulnote drei. 15 Prozent der Bevölkerung sind nach einer Studie „Totalverweigerer“, unter ihnen viele Aktivisten.
Dagegen geht die Industrie in eine Akzeptanzoffensive, der sich mittlerweile über 200 Unternehmen aus dem Bereich Nord-Westfalen angeschlossen haben. „Industrie
Gemeinsam.Zukunft.Leben“ lautet das Motto der Kampagne, welche von der IHK Nord Westfalen koordiniert wird. Mit dabei sind auch fünf Dülmener Betriebe, die sich gemeinsam mit weiteren Unternehmen aus Senden und Nottuln im lokalen Bereich für die Kampagne stark machen wollen.
„Sie sind hier schon gut aufgestellt“, lobte Wieland Pieper von der IHK Nord Westfalen bei einem Treffen der Betriebe bei der Firma Jöst. Mit der Kampagne solle ein schleichender Entfremdungsprozess gestoppt werden und ein besseres Image der Industrie in der Bevölkerung verankert werden. „Dafür müssen wir als Industrie Flagge zeigen“, so Pieper. Und das tun die Unternehmen, an deren Standorten die Fahnen und Banner der Kampagne bereits hängen.
Dabei geht es den Dülmener Firmen nicht nur um das Image der Industrie. „In Dülmen gibt es keine Industriefeindlichkeit, und die Stadt ist unternehmerfreundlich“, erklärt Dr. Hans Moormann, Geschäftsführer der Jöst GmbH & Co. KG.
Viel mehr wollen die Betriebe aus Dülmen, Nottuln und Senden mit der Kampagne den Nachwuchs für die Industrieberufe gewinnen. Schon jetzt haben einige Unternehmen Probleme, offene Stellen mit dem passenden Fachpersonal zu besetzen. „Wir müssen eine größere Nähe zu den Schülern herstellen und sie für die technischen Berufe der Industrie begeistern“, erklärt Moormann.
In einem ersten Schritt wollen die Betriebe den Kontakt zu den Schulen verstärken. Angedacht sind beispielsweise Betriebsführungen für die entsprechenden Fachlehrer. „Wir müssen Schülern und Lehrern verdeutlichen, was hinter dem Begriff Industrie steht“, erklärt Moormann.
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