Abschied nach Noten von Mechthild Schwedmann-Schlüter


Viel hatten sich die Mädchen und Jungen der Kardinal-von-Galen-Schulen einfallen lassen, um ihrer Lehrerin Mechthild Schwedmann-Schlüter einen angemessenen Abschied zu gestalten.
Viel hatten sich die Mädchen und Jungen der Kardinal-von-Galen-Schulen einfallen lassen, um ihrer Lehrerin Mechthild Schwedmann-Schlüter einen angemessenen Abschied zu gestalten.
(Marcy)


Merfeld. Mit einem Trompetensolo eröffnete Kilian die Feier, mit der sich Schüler, Lehrer und Eltern am Freitag von Mechthild Schwedmann-Schlüter verabschiedeten. Seit fast vier Jahrzehnten arbeitet die Pädagogin an der Kardinal-von-Galen-Grundschule in Merfeld, nun geht sie in den Ruhestand (DZ berichtete).

„Du warst immer schon da“, erinnerte Irmgard Knoke, die sich im Namen des Kollegiums für die tolle Zusammenarbeit bedankte, daran, dass Mechthild Schlüter Merfelds dienstälteste Lehrerin ist. 1973 ist sie nach Merfeld gekommen, noch vor Karl Ridder. Der ehemalige Merfelder Schulleiter war ebenso zur Verabschiedung erschienen wie Pfarrer Davis Puthussery, frühere Lehrer-Kollegen, Hausmeister, Sekretärinnen und Ortsvorsteher Helmut Temming. Der erinnerte daran, dass Mechthild Schlüter seit 39 Jahren am Merfelder Frühschoppen teilnehme - das könnten nicht mal alte Merfelder von sich sagen, lobte Temming. Auch Schulleiter Martin Flügel unterstrich, dass Mechthild Schlüter nicht nur mit ihrer Schule, sondern ebenso mit Merfeld eng verbunden sei. Wen solle er jetzt fragen, wenn er etwas über Merfeld wissen wolle, seufzte Flügel. Darüber hinaus würdigte er Verlässlichkeit, Kollegialität, Einfühlsamkeit und Musikalität der Scheidenden, die mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern zur Feier gekommen war.


Musik spielte bei der Verabschiedung eine große Rolle: So hatten Schüler der zweiten Klasse einen Tanz zur Musik von Abba vorbereitet, ein frisch gegründeter Elternchor verabschiedete sich singend von der „Lehrerin mit Leidenschaft“, der Schulchor, unterstützt von den Lehrern, hatte ein Abschiedslied einstudiert. Außerdem hatten die Kinder (und Elternvertreter) Gedichte, einen Sketch und viele, viele gute Wünsche für die Zukunft vorbereitet. Für den Fall, dass sie einmal Kummer haben sollte, verschenkten die Kinder Sorgenpüppchen, denen ihre Lehrerin ihre Kümmernisse anvertrauen kann. Auch die von den Schülern gestalteten Teelichter sollen Erinnerung und Mutmacher sein.

Mechthild Schlüter ihrerseits versprach, sich alle Mühe zu geben, das Leben im Ruhestand zu genießen. „Ein Leben ohne Schule scheint sinnlos, aber möglich“, sagte sie in Abwandlung eines Loriot-Spruches. Auf Formalitäten legte sie übrigens keinen großen Wert: Die Abschiedsurkunde übergab kein Vertreter des Schulamtes, sondern das übernahm auf ihren Wunsch Schulleiter Martin Flügel.

VON CLAUDIA MARCY


27 · 01 · 12





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