Billerbeck. Welche Sorte er am liebsten mag? Da muss Peter Ahlers gar nicht überlegen. "Die klassischen. Mit Konfitüre." Aber weil der Bäcker- und Konditormeister weiß, dass die Geschmäcker auch beim Berliner verschieden sind, hat er für den heutigen Jahreswechsel gleich elf Varianten im Angebot. Da gibt es Schoko und Nougat, solche mit Erdbeercreme und Pfefferminz, andere mit Cranberries und Cola-Creme, die schlichten mit Erdbeer-Apfel- und Ananaskonfitüre und die besonderen mit Pflaumenmus. Und dann sind da die noch die "Beschwipsten" mit Eierlikör-Füllung oder ein paar Tropfen Baileys und - ganz neu in diesem Jahr - Batida de Coco. Mmmh!
Berliner - die gehören zu Silvester wie der Mitternachtssekt und das krachende Feuerwerk. Mehr als zehnmal so viele wie an den anderen Tagen des Jahres gehen in der Bäckerei Ahlers-Kemper über die Theke. Und sogar im Laden wird heute noch frisch gebacken. "Silvester - das ist für uns so ein Tag wie für die Blumenhändler Muttertag", sucht Hildegard Ahlers lachend nach einem passenden Vergleich. Seit gestern Abend sind fünf Leute in der Backstube im Einsatz, denn natürlich sind auch Brot und Brötchen für die Feiertage gefragt.
Den Teig für die beliebten süßen Pfannkuchen macht Peter Ahlers selber - das ist längst nicht in jeder Bäckerei noch so, erklärt er. Manche Kollegen in der Region kaufen den Teig oder die fertigen Berliner - maschinell hergestellt - ein. Mehl, Eier, Fett, Zucker, Hefe und ein paar andere Zutaten müssen geknetet werden. Die Brötchenpresse macht dann aus dem großen Teigball die kleinen Bällchen, die im Gärschrank etwa eine Stunde warten müssen, bis sie im Erdnussfett baden dürfen. "Es ist 170 Grad heiß", informiert der Junior, Philipp Ahlers. Rund zehn Minuten schwimmt das Gebäck im Bassin. Kaum ist der Berliner auf dem Trockenen, landet er auch schon im Zucker - und sieht dann seiner geschmackvollen Vollendung entgegen. Eierlikör, Baileys und andere Extravaganzen erobern durch den Spritzbeutel das Innere des köstlichen Gebäcks. Für das Füllen mit Konfitüre gibt es einen kleinen Apparat, mit dem die fruchtig-süße Masse regelrecht in den Berliner geschossen wird. "Zum Schluss wird er dekoriert", sagt Philipp Ahlers. Bunte Streusel, weißer Hagelzucker, zarte Kuvertüre - so sehen die Berliner zum Anbeißen aus.
Dass sie sich später als Hüftgold ablagern, glaubt Hildegard Ahlers nicht. "Zwar sind die Berliner in Fett gebacken, aber davon abgesehen ist das eigentlich ein leichter Hefeteig. Relativ kalorienarm." Na dann: Prosit Neujahr mit Cola-, Coco- und Konfitüre-Berlinern!