Ascheberg - „Ohne Geist sein“ lautet die wörtliche Übersetzung des lateinischen Wortes Demenz. Sie macht deutlich, was sich hinter dieser Krankheit verbirgt: Der Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Am Anfang der Krankheit stehen Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit. Im weiteren Verlauf verschwindet auch das Langzeitgedächtnis und Betroffene verlieren zunehmend ihre Fähig- und Fertigkeiten. Wie Demenz diagnostiziert wird, welche frühen Hinweise es darauf gibt und welche Perspektiven Betroffene und Angehörige haben, erläuterte Ute Schneider in ihrem Vortrag „Wenn das Gedächtnis nachlässt...“ im Ascheberger Pfarrheim St. Lambertus. Die Sozialarbeiterin von der Alzheimer Gesellschaft im Kreis Coesfeld referierte im Rahmen des Mittwochsforums auf Einladung der Familienbildungsstätte FBS, der Kfd St. Lambertus sowie der Ascheberger Hospizgruppe.
Es muss nicht immer gleich Alzheimer sein, wenn die Brille mal nicht am gewohnten Platz liegt, oder man im Supermarkt partout nicht mehr weiß, ob nun Kaffee oder Butter fehlt. Fest steht allerdings: Die Zahl der Demenzerkrankungen steigt, immer mehr Menschen sind betroffen. „Stellen sie sich die Demenz vor wie ein Bücherregal, in dem immer mehr Bücher einfach umklappen und deren Inhalt dann nicht mehr verfügbar ist“, beschrieb Ute Schneider in ihrem Vortrag die Krankheit bildhaft. Sie legte dar, welche Symptome Demenz zeigt und betonte, dass sie viele verschiedene Ursachen haben kann, von denen Alzheimer allerdings die häufigste ist.
Die Sozialarbeiterin stellte das Bemühen von Angehörigen und Ärzten um eine möglichst klare und gesicherte Diagnose heraus, auch wenn dies mitunter schwierig sei. Denn nur so könnten therapierbare Arten der Altersverwirrtheit herausgefiltert werden, beispielsweise gefäßbedingte (vaskuläre) Demenzen. Wenn Alzheimer ausgeschlossen werden könne, sei das eine Beruhigung für Patienten und Angehörige, handele es sich jedoch um Alzheimer, könne diese schleichende Erkrankung durch Therapien hinausgezögert werden. Auch seien frühzeitige Überlegungen zur Pflege und Patientenverfügung möglich.
Ferner gab Ute Schneider Tipps zu Verhaltensweisen für pflegende Angehörige. „Angehörige leisten oft Unterstützung, die langsam immer umfangreicher wird. Sie wachsen hinein, aber es wird immer mehr und irgendwann kommen sie an den Punkt, da können sie selbst nicht mehr“, weiß die Sozialarbeiterin, die in der Geschäftsstelle der Alzheimer Gesellschaft in der Dülmener Klinik am Schlossgarten häufig pflegende Angehörige berät. Auf Verständnis stoßen diese auch bei Barbara Grenz. Die Altenpflegerin leitet seit zwei Jahren eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in Nordkirchen und lud im Mittwochsforum zum Besuch der Treffen ein. Die Gruppe kommt an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr in der evangelischen Kreuzkirche in Nordkirchen zusammen.
Für Fragen zum Thema Alzheimer und Demenz steht Ute Schneider bei der Geschäftsstelle der Alzheimer Gesellschaft im Kreis Coesfeld zu Verfügung. Sie ist unter der Telefonnummer 02594 / 9201 oder per Mail unter
beratungsstelle@kas-duelmen.de erreichbar.