Bäume aus dem Bannwald

Künstler C.W. Aigner (l.) und Torsten Grosch beim Pflanzen der kleinen Buchen aus dem hessischen Bannwald, der einer Startbahn des Frankfurter Flughafens weichen musste.
Künstler C.W. Aigner (l.) und Torsten Grosch beim Pflanzen der kleinen Buchen aus dem hessischen Bannwald, der einer Startbahn des Frankfurter Flughafens weichen musste.
(privat)


Schöppingen - Es ist der erste Mittwochnachmittag im Februar, als die „Fluchthelfer“ im Kelsterbacher Bannwald anrücken. Bewaffnet mit Schaufel und Hacken, machen sich die Aktionisten im Gebiet der geplanten Nordbahn des Frankfurter Flughafens zu schaffen. 31 kleine Buchen, die der geplanten neuen Landebahn des Frankfurter Flughafens weichen sollten, konnten so durch „botanoadopt“ vor dem sicheren Tod gerettet werden.

„botanoadopt“ wurde 2009 von der Künstlergruppe „431art“ - Haike Rausch und Torsten Grosch - gegründet. Es ist ein Projekt, das an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft angesiedelt ist. Es gibt Pflanzen mit medial gestützten Aktionen ihre Rechte zurück, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. „botanoadopt“ vermittelt dazu Pflanzen zur Adoption. Nach Ansicht der Gruppe darf es in Zeiten des Artensterbens nicht länger gängige Praxis sein, Pflanzen wie einen Artikel des Dekorationsbedarfs zu behandeln oder als Spekulationsobjekt zu missbrauchen.


Mit gezielten Aktionen setzt sich „botanoadopt“ für Pflanzen ein. Die erste spektakuläre Aktion war nun in diesen Tagen die „Bannwald Migration“: Mit einem Kleinwagen und einem Kleintransporter gelang es, geduldet durch die anwesenden Einsatzkräfte, den 31 Buchensetzlingen aus der Liegenschaft des Bannwaldes in Kelsterbach zur Migration ins Künstlerdorf Schöppingen zu verhelfen. Zwei Tage später wurde die Verpflanzung der vom Künstlerdorf adoptierten „Buchendissidenten“ auf einer Freifläche des Stiftungsgeländes mit aktiver Mithilfe der dort anwesenden Sympathisanten (Autorenstipendiat Christoph Wilhelm Aigner und Kunststipendiatin Min Jeong Seo) umgesetzt. Jetzt schlagen 28 Buchen neue Wurzeln auf einer Freifläche, die sich direkt neben der Museumsscheune in Schöppingen befindet.

Drei weitere Buchen haben ein zwischenzeitliches Zuhause in kleinen Notunterkünften aus gebranntem Ton gefunden. Sie suchen nun ebenfalls „Adoptiveltern“. Wer sich dafür bereitfindet, kann Haike Rausch und Torsten Grosch per E-Mail kontaktieren (contact@botanoadopt.org).

Anlässlich der ersten Aktion im Rahmen dieses Projekte liege es „botanoadopt“ auch sehr daran, allen „Fluchthelfern und Pflanzaktivisten der ersten Stunde“ für ihre tatkräftige Unterstützung zu danken. Besonderer Dank gelte dem Künstlerdorf Schöppingen für die Adoption von 28 Buchen, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

Alle Informationen zum Projekt unter:


15 · 02 · 09



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