„Maria, Du Morgenstern“


Weihbischof Dr. Max Georg von Twickel, Pastor Stephan Wolf und die Messdiener beim Einzug in die Wallfahrtskirche St. Marien.Foto:
Weihbischof Dr. Max Georg von Twickel, Pastor Stephan Wolf und die Messdiener beim Einzug in die Wallfahrtskirche St. Marien.Foto:
(Alfons Körbel)


Schöppingen-Eggerode - „Wallfahrten haben immer eine Grundform“, erklärte Weihbischof Dr. Max Georg von Twickel zu Beginn seiner Predigt während des Pontifikalamtes zur Eröffnung der diesjährigen Wallfahrt. Zahlreiche Besucher waren nach Eggerode gekommen und füllten die drei Schiffe der Wallfahrtskirche.

Das erste sei der Weg, der zu Fuß oder auf andere Weise zurückgelegt werde, und das zweite sei das Gebet. „Litaneien sind gute und geeignete Gebetsformen, die schönste Litanei ist die „Lauretanische Litanei“. Sie ist voller Marienlob und enthält viele schöne Bilder für die Gottesmutter“, erklärt er. Wenn Maria angerufen werde als „Du Heil der Kranken“, denke er unwillkürlich an den Wallfahrtsort Lourdes, wo vor 150 Jahren Bernadette die Botschaft von Maria empfangen habe. Viele Kranke suchten dort Trost in ihrem Leiden und gerade in der heutigen Zeit gebe es durch die Lebens verlängernde Medizin eine längere Zeit der Hinfälligkeit, die die Themen Sterbehilfe und Patientenverfügung stark in den Vordergrund rücken. Der Gedanke, selbst über das Leben verfügen zu können, lasse sich aber mit dem Christentum nicht vereinbaren.


Das zweite Bild „Du Zuflucht der Sünder“, verband Weihbischof von Twickel mit dem Wallfahrtsort Kevelaer, wo in der dortigen Beichtkapelle jederzeit die Möglichkeit zu Bekenntnis und Reue besteht. „Gibt es heute kein Sündenbewusstsein mehr?“, fragte er. Es gebe eine Goldene Regel, die im Buch Tobit deutlich formuliert sei: „Was dir verhasst ist, das mute auch keinem anderen zu.“ Gottesliebe sei fest verbunden mit der Nächstenliebe.

Als drittes Bild griff der Bischof das der „Trösterin der Betrübten“ auf, der „Konsolatrix afflictorum“. Unendlich viele Votivgaben in allen Wallfahrtsorten gäben Zeugnis dafür, dass Pilger Trost an den Stätten des Gebets gefunden haben.

Wenn Maria, verglichen mit dem Stern Venus als „Du Morgenstern“ angerufen werde, sei das ein Bild der Hoffnung. Der kommende Tag breche an und die Nacht - Bild für das Böse - habe nicht das letzte Wort.

Im Anschluss an das Pontifikalamt zog der Bischof mit den Pilgern in einer Prozession zur Gnadenkapelle zu einem Marienlob „Unserer Lieben Frau vom Himmelreich“.

VON ALFONS KÖRBEL, GRONAU


04 · 05 · 09




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