Rhede - Von oben betrachtet sieht das Loch in der Rheder Innenstadt aus wie eine Wiese. Es ist zwar nicht rund, aber doch ein Loch. Mitten drin in Rhede fehlt etwas. Auch wer sich der freien Fläche zwischen Bachpromenade und Hohe Straße nähert, sieht das. Dort, wo früher die Gärten bis an den Bach reichten und Hinterhofschuppen standen, liegt die Fläche brach. Der Rasen soll nur eine Übergangslösung sein - bis das (Bau-)Loch mitten in Rhede gefüllt wird
Wie es künftig im Projektgebiet am Bach aussehen soll, ist nach wie vor offen. Doch es tut sich etwas. Das versichern Kämmerer Paul Regniet, Projektleiter Ludger Nienhaus und Dagmar Beckmann, die im Rathaus zuständig ist fürs City-Management. Die Verwaltung sei mit fünf verschiedenen Gruppen im Gespräch.
Im internen Arbeitskreis Innenstadtentwicklung stellten in den vergangenen Wochen mehrere Entwickler und Investoren ihre Pläne für das Bach-Gebiet beziehungsweise für die Hohe Straße vor. Dort kaufte die Verwaltung vor Jahren drei Häuser mit historischer Fassade, die künftig den Eingang zum Bach-Gebiet bilden sollen.
Pläne fürs Bach-Gebiet gibt es bereits. Doch der Niederländer Herman Klomps kam über das Musterhaus an der Deichstraße nicht hinaus. Die geplanten Wohn- und Geschäftshäuser mit Tiefgarage realisierte er nicht. An der Hohen Straße scheiterten in den vergangenen Jahren zwei Investoren beziehungsweise Entwickler mit ihren Plänen für die drei Wohn- und Geschäftshäuser. Vom zweiten Projektentwickler verabschiedete sich die Verwaltung im Frühjahr nach Beschluss des Rates. Auf Wunsch der Politik gibt es seitdem den Arbeitskreis Innenstadtentwicklung, damit die Fraktionen besser eingebunden werden in die Innenstadtplanung. Das funktioniere auch ganz gut, heißt es aus den Fraktionen. Es sei „eine Entwicklung zu sehen“ und es gebe neue Ideen und Sichtweisen, sagten Teilnehmer der internen Runde.
Kämmerer Paul Regniet formuliert das so: „Wir führen Gespräche.“ Hoffnungen, dass sich ganz schnell etwas tut, möchte er allerdings nicht wecken. „Qualität muss sein“, sagt Projektleiter Nienhaus. Und dafür brauche es Zeit. Dagmar Beckmann spricht vom „Filetstück“ in der Innenstadt, mit dem man sorgsam umgehen müsse. „Wir wollen etwas bauen, das der Innenstadt gut tut, das geht nicht von heute auf morgen.“ Eine „gesunde Mischung“ aus Wohnungen, kleinen Geschäften und Gastronomie soll es werden. Das macht die Vermarktung nach Auskunft Nienhaus schwierig. Würde die Stadt dort ein reines Wohnquartier wollen, „würden wir viele Investoren finden“, ist Regniet überzeugt. Aber eben das wolle Rhede nicht.
Eine hohe Hürde bei einem solchen Projekt sei die hohe Eigenanteilsquote und die hohe Vermarktungsquote, die ein Investor vor Baubeginn brauche, fügt der Kämmerer hinzu. Bevor am Bach gebaut wird, muss zudem die Frage der Stellplätze gelöst werden. „Das ist vom Grundsatz her ein Riesenproblem“, sagt Nienhaus. Denn, so Regniet: „Stellplätze verteuern die Baukosten ganz deutlich.“
Beim Bachprojekt will sich die Verwaltung laut Kämmerer nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Hier habe eine „gute optische Lösung“ mit „solventen Partnern“ Vorrang. Zügig sollte indes eine Lösung an der Hohen Straße gefunden werden. „Der Start an der Hohen Straße muss schon sein, damit man nicht dauerhaft mit Übergangslösungen arbeitet“, sagt Regniet (siehe Kasten).