NRW-Minister Pinkwart besucht Bocholter Chemie-Betrieb Pergan


Minister Andreas Pinkward (Mitte) diskutiert mit Erwin Schlüsener (2.v.l.) und seiner Tochter Petra.
Minister Andreas Pinkward (Mitte) diskutiert mit Erwin Schlüsener (2.v.l.) und seiner Tochter Petra.
(Foto: Sven Betz)


Bocholt - Tief beeindruckt zeigte sich der nordrhein-westfälische Innovationsminister und FDP-Landesvorsitzende Andreas Pinkwart gestern bei seiner „Aufsteigerland-Tour“ vom Bocholter Unternehmen Pergan. „Das ist eine irre Unternehmensgeschichte“, sagte er. Sie zeige, „einen unbändigen Willen, es zum Erfolg zu führen“. Diese Erfolgsstory mache Spaß. „Das ist wirklich ein Bilderbuch.“

Die Geschäftsführer Erwin Schlüsener und seine Tochter Dr. Petra Schlüsener hatten zuvor berichtet, wie schwer es war, in Deutschland einen Standort für das Chemie-Unternehmen zu finden. An zwei anderen Orten hatte es Erwin Schlüsener zuvor erfolglos versucht. Beinahe wäre er schon ins Ausland gegangen. Doch dann habe er von Bocholt gehört. Und hier sei alles anders gewesen. Niemand habe dem Chemie-Unternehmen Steine in den Weg gelegt. In einem halben Jahr habe er die Genehmigung erhalten, im Industriepark die Produktion aufzubauen.


Im Gründungsjahr 1981 habe er als kleines Unternehmen noch einen jährlichen Umsatz von 700.000 Mark (rund 350.000 Euro) erzielt, berichtete Erwin Schlüsener. Inzwischen erreiche Pergan mit seinen 220 Mitarbeitern (120 davon arbeiten in Bocholt) weltweit einen Umsatz von 100 Millionen Euro jährlich. „Politik kann keine Innovation hervorbringen, aber sie kann die Rahmenbedingungen dafür schaffen“, erklärte Pinkwart zu dieser Erfolgsgeschichte.

Petra Schlüsener hatte zuvor erklärt, wofür die kunststoff-produzierende und -verarbeitende Industrie organische Peroxide und andere Hilfsmittel, die Pergan herstellt, braucht. Neben Massenkunststoffen würden sie unter anderem für die Härtung von bestimmten Gießharzen benötigt. Organische Peroxide seien wie Backpulver: „kleine Menge - große Wirkung“, sagte sie. Die Peroxide seien aber auch als „gefährliche Arbeitsstoffe“ eingestuft. Deshalb seien viele Sicherheitsauflagen zu beachten und viel Sicherheitstechnik nötig. Ob die EU-Richtlinie „Reach“ für die Registrierung, Bewertung und Zulassung chemischer Stoffe ihr Ziel erreiche, wage sie zu bezweifeln.



07 · 04 · 10





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