Gronau - Die städtische Pressestelle hinkt ihrem Ziel leicht hinterher: Knapp ein Dutzend Pressemitteilungen hat sie im Januar verschickt - 160 sollen es in diesem Jahr werden. So zumindest steht es im Haushaltsplan 2012. „Ein Durchschnittswert der vergangenen Jahre“, erklärt Pressesprecherin Lena Flucht die Zahl. Dergleichen Vorgaben finden sich an vielen Stellen im Etat: So dürfen Vereine und Geburtstagskinder zum Beispiel 360 repräsentative Besuche des Bürgermeisters oder seiner Stellvertreter erwarten. Und Gleichstellungsbeauftragte Edith Brefeld soll beim Frauenkulturfrühstück für mindestens 450 Besucherinnen eindecken. „Kennzahlen“ heißt dieses Instrument.
Das stammt aus der Wirtschaft und hält seit dem letzten Jahr immer stärker Einzug in den kommunalen Haushalt. In dem über 500 Seiten dicken Entwurf für 2012 finden sich inzwischen sehr detailliert strategische und operationale Ziele für den Großteil der städtischen Ämter und Aufgaben, im Jargon des Neuen Kommunalen Finanzmanagements als „Produktebereiche“ und „Produkte“ bezeichnet. Und er enthält Kennzahlen, um zu messen, inwieweit die Ziele erreicht sind.