Musikexpress saust nur andernorts


Eine Runde mit dem Musikexpress - dieser Spaß bleibt den Gescheranern künftig verwehrt. Foto: Archiv
Eine Runde mit dem Musikexpress - dieser Spaß bleibt den Gescheranern künftig verwehrt. Foto: Archiv


Gescher. Die Frühjahrskirmes, die in den letzten Jahren in Verbindung mit dem Stadtfest stattgefunden hat, wird es ab 2012 nicht mehr geben. Hauptgrund: Durch den Neubau der Bücherei an der Eschstraße steht diese Fläche nicht mehr als Parkplatz für die Begleitfahrzeuge der Schausteller zur Verfügung. "Geeignete Alternativ-Abstellflächen in unmittelbarer Nähe sind nicht vorhanden", schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage für den Hauptausschuss. Somit wird es in Gescher gar keine Kirmes mehr geben.

Angesprochen wird dieses Thema im Zusammenhang mit der Neufassung der Marktsatzung der Stadt Gescher. Hierin wird der Bereich rund um die "Wurstaufholer" als Standort für den Wochenmarkt und den monatlichen Krammarkt festgelegt. Als Ausweichstandort sieht die Satzung den sanierten Rathausplatz vor. Neu berechnet hat die Verwaltung die Gebühren, die von den Marktbeschickern zu zahlen sind. Demnach würde sich für den Wochenmarkt eine Steigerung um 60 Prozent ergeben (von 0,50 auf 0,80 Euro je Quadratmeter Standfläche), für den Krammarkt von 49 Prozent (von einem Euro auf 1,49 Euro je qm Standfläche). Die Verwaltung befürchtet, dass eine derart deutliche Erhöhung zur Abwanderung von Händlern führen könnte und schlägt deshalb eine "moderate Erhöhung" von 30 Prozent vor, "um einen Fortbestand der Märkte zu sichern". Somit ergäben sich Sätze von 0,65 Euro/qm für den Wochenmarkt und 1,30 Euro/qm für den Krammarkt.


Überholt sind in der Marktsatzung die bisherigen Regelungen zur Kirmes. Die Herbstkirmes ist längst entfallen, weil der neue Marktplatz mit Discountern bebaut wurde. Ähnlich verhält es sich nun mit der Frühjahrskirmes: Die Schausteller haben ihre Wohnwagen und Transporter bislang auf der Freifläche an der Eschstraße in unmittelbarer Nähe zu ihren Fahrgeschäften abgestellt. Das wird nicht mehr möglich sein, wenn im Frühjahr die Bauarbeiten für die neue Bücherei beginnen. "Wir haben alles abgeklopft, alternative Standorte gibt es nicht", sagte Fachbereichsleiter Berthold Entrup gestern auf Anfrage. Der Parkplatz Fabrikstraße komme aufgrund vertraglicher Regelungen nicht in Frage.

Mit gemischten Gefühlen reagierte Stadtmarketing-Geschäftsführer Franz van Üüm gestern auf das Kirmes-Aus. "Wenn da gar nichts mehr stattfindet, ist das sicherlich bedauerlich", meinte er. Für bestimmte Gruppen sei die kleine Kirmes immer noch ein Anziehungspunkt gewesen. Vielleicht könne man sich noch etwas einfallen lassen. Die Auswirkungen auf das Stadtfest seien weniger gravierend.

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12 · 12 · 11





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