Bocholt - Käsehändler Hans-Jürgen Heßling lacht verschmitzt. „Löcher im Käse üben eine magische Anziehungskraft auf Kunden aus“, sagt er. Das sei ähnlich wie mit dem Carotin: Ohne diesen natürlichen Farbstoff sehe ein Gouda „nicht ansprechend“ aus. Ohne Löcher würde er auf dem Bocholter Markt weder einen Gouda noch einen Emmentaler gut verkaufen, schätzt Heßling.
Dabei sollen die Deutschen vor allem kleine Käselöcher mögen. Ein Durchmesser von höchstens zwei Zentimetern werde hier bevorzugt, stellte die Expertin Elisabeth Eugster von der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope fest. Italiener und andere Südländer hingegen liebten möglichst große Löcher (bis zu vier Zentimeter), und die Schweizer bevorzugten die Mitte: ein bis drei Zentimeter, erklärte Eugster.