Sommerloch-Serie

Maulwürfe und ihre Hügel sind bei Kleingärtnern unbeliebt


Maulwürfe haben „ein wunderbar samtenes Fell“, schwärmt Kleingärtner Theo Döing.
Maulwürfe haben „ein wunderbar samtenes Fell“, schwärmt Kleingärtner Theo Döing.
(Foto: Colourbox)


Bocholt - Nur wenige schätzen die unterirdische Wühlarbeit des Maulwurfs. „Maulwurfshügel sind ein Zeichen dafür, dass es dort viele Würmer gibt. Das wiederum deutet darauf hin, dass der Boden fruchtbar und gesund ist“, sagt Kleingärtner Theo Döing. Bei den meisten Menschen aber sei der schwarze Wühler wegen der kleinen Hügel eher unbeliebt.

Immerhin kann ein junger, vitaler Maulwurf täglich um die 20 Erdhügel produzieren. Der Anblick der Abraumhalden, die bei der Anlage des bis 2000 Quadratmeter großen Höhlensystems anfallen, treibt Liebhabern des gepflegten englischen Rasens die Zornesröte ins Gesicht.


David Niehaves stören die kleinen Hügel nicht sonderlich. Der 26-jährige Gärtnermeister arbeitet beim Entsorgungs- und Servicebetrieb Bocholt. „Gegen Maulwurfshügel unternehmen wir so gut wie nichts. Wenn sie stören, werden sie eingeebnet“, sagt er.

Maulwürfe sind nützliche Tiere. Sie ernähren sich von Kleinlebewesen, die sie im Erdboden finden, darunter auch mehrere Pflanzenschädlinge. Doch ihre Maulwurfshügel sind vor allem Hobbygärtnern ein Dorn im Auge. Nehmen die Erdhügel im Garten überhand, gebe es mehrere Möglichkeiten, die Tiere zu vertreiben, weiß Theo Döing. Gejagt, verfolgt, verletzt oder gar getötet werden darf der Maulwurf zwar nicht, da er nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tierarten zählt.

Sehr wirkungsvoll für die Vertreibung der Maulwürfe seien verschiedene Duftbarrieren, da Maulwürfe zwar nicht gut sehen, aber umso besser riechen können, sagt Döing. Die Mixturen reichen von Seifenlauge oder einer Mischung aus Molke und Buttermilch, die in die Tunnel gegossen wird, bis hin zu Knoblauch oder mit Petroleum getränkten Lappen. Auch mit Heringsköpfen, Jauche oder Präparaten mit Zitrus-Ölen sollen sich die Tiere verjagen lassen.

Da Maulwürfe obendrein sehr gut hören, können sie mit Lärm vertrieben werden. Wirkungsvoll seien hierbei Flaschen, die mit dem Hals nach oben eingegraben werden, sagt Döing. Der Ton, den der Wind erzeuge, wenn er über die Flaschenhälse wehe, soll die Tiere vertreiben. Auch Metallrohre, die in die Maulwurfshügel gerammt werden, seien effektiv. „Zwei bis dreimal täglich mit einem Stab daran schlagen wirkt oft Wunder. Der Klang des Rohres verbreitet sich unterirdisch durch die Maulwurfsgänge und stört das Tier“, meint der 64-Jährige Vorsitzende des Bezirksverbandes der Kleingärtner Bocholt-Borken.

Im Fachhandel gibt es weitere Dinge, die gegen Maulwürfe helfen sollen - zum Beispiel Lavasteine, die mit Kräutern oder Ölen getränkt in den Boden gesteckt werden. Oder Ultraschallgeräte, deren Schwingungen die Tiere stören. Haben Maulwürfe allerdings Gefallen an einem Stückchen Erde gefunden, findet sich oft schnell ein Nachfolger ein, sobald ein Maulwurf vertrieben wurde.

„Maulwürfe sind nicht nur nützlich, sondern auch wunderschön“, sagt Döing, „sie haben ein wunderbar samtenes Fell.“ Junge Maulwürfe würden wie „kleine Knackwürstchen“ aussehen.

VON THEO THEISSEN


10 · 08 · 10



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