Sommerloch-Serie

Für den Daumen ist in jeder Farbpalette Platz


Wenn Renate Busch zu Pinsel und Farben greift, ist die Palette stets mit dabei.
Wenn Renate Busch zu Pinsel und Farben greift, ist die Palette stets mit dabei.
(Foto: Sven Betz)


Bocholt - Schwungvoll taucht Renate Busch ihren Pinsel in die Farbkleckse auf der Palette. Aus Gelb und Blau mischt sie ihren eigenen Grünton. Genau so, wie sie ihn für das Blatt der Sonnenblume braucht, das sie gerade malt. Die Farbpalette liegt sicher auf ihrer linken Handfläche. Durch das Loch des kleinen Holzbrettchens ragt ihr Daumen, mit dem sie die Palette festhält.

„Oft benutze ich zum Mischen der Farben als Palette auch alte, ausrangierte weiße Teller. Auf ihnen lassen sich die Farben besser erkennen als auf einer Holzpalette“, sagt die 71-jährige Hobby-Künstlerin. Heute nehme man kaum noch Farben aus der Tube, fügt sie hinzu. Fast alle Farbtöne würden auf der Palette zusammengemischt. Sehr oft würde Weiß mit eingearbeitet. „Die Palette ist sehr praktisch, da man sie beim Malen immer in der Hand halten kann“, meint Busch.


Am Malen und Zeichnen habe sie schon immer großes Interesse gehabt, bereits als junges Mädchen, erzählt sie. Schon früh habe sie mit Kohle, Kreide und Pastellfarben gezeichnet, mit verschiedenen Techniken experimentiert, bis sie hauptsächlich zur Aquarell- und Acrylmalerei gefunden habe. Auf ihre Vorbilder angesprochen, nennt sie Namen wie Nolde, Monet, Macke, Turner und Renoir. Doch auch andere Künstler wie Christo und Beuys faszinieren sie.

Am liebsten lässt sich Renate Busch von der Natur inspirieren. Ihre Landschafts- und Blumenbilder sowie die Stillleben und Naturstudien hat sie schon auf Ausstellungen in und außerhalb Bocholts gezeigt. Gerne portraitiert sie auch mit Rötel- oder Bleistiften.

Vor Jahrhunderten hätte jeder Maler eine Vielzahl von Paletten gehabt, weiß sie zu berichten. Damals sei viel mit Ölfarben gemalt worden, die auch schon damals sehr teuer gewesen seien. „Da Ölfarbe nur sehr langsam trocknet, sind die Farben auch noch nach Tagen zu gebrauchen. Also haben die Künstler die Farbreste auf ihren Paletten aufgebraucht“, sagt sie. Acrylfarben würden dagegen viel schneller trocknen.

Von ihren vier Kindern haben besonders die beiden Töchter die Kreativität ihrer Mutter geerbt - und die Enkelkinder, die auch schon malen und zeichnen. Derweil vervollkommnet Renate Busch ihre Techniken, nimmt regelmäßig an Kursen und Künstlertreffen teil und gibt schon seit zehn Jahren selbst Aquarell- und Acrylmalkurse. Seit 1998 ist sie Mitglied des Hamaland-Kunstkreises, der sich jeden Mittwoch zum gemeinsamen Malen trifft. Ansonsten greife sie zu Pinsel und Palette, wann immer sie Lust und Zeit habe, sagt Renate Busch. Als nächstes möchte sie, inspiriert vom Leuchtturm auf der Insel Rügen, den sie während eines Urlaubs gesehen hat, eine Serie von Leuchtturm-Bildern malen.

Zusammen mit dem Hamalandkreis-Kunstkreis nimmt Renate Busch am morgigen Sonntag in Rhede an der Veranstaltung „Rhede hat Farbe“ teil. Ab 11 Uhr stellt sie einen Teil ihrer Arbeiten auf dem Rheder Rathausplatz vor.

VON THEO THEISSEN


31 · 07 · 10



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