Sommerloch-Serie

Bocholter Hobbyastronom erklärt schwarze Löcher


Mit seinem elektronischen Teleskop kann Ludger Kempkes auch den Andromedanebel in 2,9 Millionen Lichtjahren Entfernung betrachten.
Mit seinem elektronischen Teleskop kann Ludger Kempkes auch den Andromedanebel in 2,9 Millionen Lichtjahren Entfernung betrachten.
(Foto: Sven Betz)


Bocholt - Voller Bewunderung schaut sich Ludger Kempkes durch sein Teleskop den Himmel an. Der 70-Jährige beobachtet gern die verschiedenen Galaxien und die Sterne. Schwarze Löcher habe er dabei aber noch nie gesichtet. „Das geht auch gar nicht“, erklärt der Rentner.

Doch wie können diese unheimlichen Löcher im Weltall überhaupt nachgewiesen werden? Die Erforschung der schwarzen Löcher ist eine der schwierigsten Wissenschaften, da ein solches Phänomen nur indirekt erfasst werden kann. Ihren Namen erhielten die schwarzen Löcher, weil sogar Licht und elektromagnetische Strahlung von ihnen angesogen werden. Ein verändertes Sternenbild eines Sterns kann auch von der Erde dokumentiert werden und lässt auf ein schwarzes Loch schließen. „Das sind Energiemonster, die alles verschlucken“, erklärt Kempkes anschaulich. Dabei kann sich der Laie einen Strudel in der Badewanne vorstellen, der alles um sich herum unausweichlich anzieht.


Rein theoretisch wäre es auch möglich, dass die Erde von einem schwarzen Loch angesogen wird. „Wenn wir das wahrnehmen, wäre es mit uns schon vorbei“, erklärt Kempkes. Schwarze Löcher haben eine sehr große Masse und dadurch eine immense Anziehungskraft. Der Planet würde deswegen unwiderruflich in diesem Loch verschwinden.

Eine für Hobbyastronomen sehr schöne Erscheinung sei ein schwarzes Loch in der Nähe eines Roten Riesen. Dieser sichtbare, sehr hell leuchtende Stern verliert dabei immer mehr seiner eigenen Masse. Dieses Ereignis lässt sich im Röntgenbereich wundervoll nachvollziehen.

Von seiner eigenen „Sternwarte“ auf seinem Dach in Stenern aus begibt sich Kempkes in sternklaren Winternächten oft auf eine „Reise“ durch den nächtlichen Himmel. Als gelernter Rundfunk- und Fernsehtechniker muss er die Sterne nicht mehr durch das Fernrohr beobachten. Mittels moderner Computertechnik kann der Rentner sein Teleskop auf jeden Punkt am Sternenhimmel fixieren. Die Bilder seines kosmischen „Rundganges“ sieht er dabei gestochen scharf auf dem Monitor.

Die Sichtverhältnis seien dafür jedoch oft nicht optimal. Das liege zum größten Teil an der Beleuchtung, welche die Nacht erhelle, schildert der Hobbyastronom.

Die Leidenschaft für das Weltall begann bei Ludger Kempkes schon im Kindesalter. Damals habe ihn sein Bruder darauf gebracht. Anfangs habe er sich den Kosmos mit einem Fernglas näher geholt. Auch in seiner Schulzeit und während der Lehre verlor sich dieses Interesse nicht. Im Gegenteil, durch seinen beruflichen Werdegang und die technischen Entwicklungen habe es sich weiter verstärkt. Seine Kollegen der Sternfreunde Borken weisen ihn als Kenner für schwarze Löcher aus. Nun, da er Rentner sei, könne er sich öfter auf die Suche nach den „Energiemonstern“ im All machen.

VON SEBASTIAN SCHMEINK


27 · 07 · 10



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