Bocholt - Wenn die fünf Balken auf dem Display des Handys fehlen, hat der Nutzer ein Problem. „Kein Netz“- so der knappe Vermerk auf dem Bildschirm. So erging es auch den Handybesitzern, als Sturm „Norina“ über Bocholt fegte. Das Handy, das für die meisten zum Alltag wie Zähneputzen oder Essen dazugehört, befand sich in einem Funkloch.
Dieses inzwischen sehr seltene Phänomen kam früher schon häufiger vor. „Die Netzabdeckung hier in Bocholt ist heute sehr gut“, stellt der Bocholter Geschäftsmann Erdogan Arslan fest. „Früher war das anders. Das hat sich aber mit der fortschreitenden Technik relativiert.“
„Ab und zu gibt es Funklöcher aber immer noch“, weiß der Franchisepartner eines deutschen Mobilfunkkonzerns, Ralf Taube. „In Barlo und auf dem Heimweg auf der Autobahn A3 bei Hünxe habe ich manchmal kein Netz“, erklärt er weiter.
Doch was passiert eigentlich in einem Funkloch? Grundsätzlich kann das Handy keine Verbindung zum jeweiligen Funknetz aufbauen. Dazu kommt es, wenn die eigenen vier Wände zu gut isoliert sind oder es der Bauherr im Haus mit dem Stahlanteil zu gut gemeint hat. Für die „echten“ Funklöcher sorgen die lokalen Funkmasten. Seien diese beschädigt oder sendeten ihre Signale nicht flächendeckend, sei das Handy nutzlos, so Taube.
Die Grenzbewohner, die sich in Suderwick eine Straße mit niederländischen Nachbarn aus Dinxperlo teilen, kennen noch ein weiteres Problem. Manchmal wählt sich ihr Handy in ein niederländisches Netz ein. Für den, der dies nicht bemerkt, kann es schnell recht teuer werden, unterwegs erreichbar zu sein.
Da ist es manchmal besser, sich sein eigenes Funkloch zu schaffen. In Kinos und Krankenhäusern sind die kleinen Alleskönner sowieso verboten - in Bussen und Bahnen oft unerwünscht. So ist es häufig unmöglich, das private Telefonat des Sitznachbarn zu überhören, obwohl es manchmal angenehmer wäre. Da käme so ein Funkloch ganz gelegen, auch weil es zudem nicht zu den befürchteten Strahlungen kommt, die krank machen sollen. Zum Schluss noch ein Tipp: Wer sich sein eigenes Funkloch in dieser herrlichen Sommerzeit schaffen möchte, macht es so wie der Bocholter Lukas Wöhle. „ Wenn ich zum Badesee fahre, lasse ich mein Handy einfach ausgeschaltet“. „Oder ich lasse es gleich ganz zu Hause, wenn ich meinen Sommerurlaub mache“, meint der angehende Abiturient.
Dieses ganz private Funkloch sichert wohl jedem Handybesitzer stressfreie und erholsame Momente.
Obwohl sie selten geworden sind, gibt es an einigen stellen immer noch Funklöcher. Im Internet können diese unter
www.kein-netz.de gemeldet werden. Dort sind bereits Funklöcher in Barlo und Hamminkeln vermerkt. Wer weitere weiß, kann sie dort mitteilen.