Sommerloch-Serie

Stadtbibliothek bietet Füllstoff für die Wissenslücke


Bibliothekar Ludger Schmeink hilft Charlotte Hermann in der Stadtbibliothek bei der Suche nach einem Buch.
Bibliothekar Ludger Schmeink hilft Charlotte Hermann in der Stadtbibliothek bei der Suche nach einem Buch.
(Foto: Sven Betz)


Bocholt. Schon Galileo Galilei wusste: „Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.“ Neugierde kann durch die unterschiedlichsten Dinge ausgelöst werden. Immer aber hat sie das Ziel, ein Wissensloch zu füllen.

Ein Mann, der sich mit Wissenslücken auskennt, ist Ludger Schmeink. Seit 25 Jahren ist der Bocholter in der Stadtbibliothek für die Kinder- und Jugendabteilung zuständig. In dieser Zeit hat der Bibliothekar schon vielen Lesern bei der Suche nach Informationen geholfen. Im Moment sei nach wie vor die Fußballweltmeisterschaft ein Thema. Gerade Bücher zu Tipps und Tricks rund ums Spielen seien sehr gefragt, betont Schmeink.


In der Stadtbibliothek finden die Nutzer Informationen zu allen möglichen Themen. Neben Standardwerken wie dem Brockhaus, der sich vor allem für die älteren Schüler eigne, gebe es auch „pfiffige Nachschlagewerke für die jüngeren Besucher“, so Schmeink. Hier beobachte er seit einigen Jahren „einen Trend weg von der alphabetischen Sortierung hin zur Gliederung nach Teilbereichen“.

Dass sich viele Schüler auf der Suche nach Informationen aber nicht nur auf die dicken Wälzer verlassen, sondern auch im Internet nach Informationen suchen, ist für den Bibliothekar verständlich. Allerdings hätten seiner Meinung nach viele Schüler Probleme, die jeweiligen Vorzüge der verschiedenen Medien für sich zu entdecken. Er empfiehlt, Internet und Bücher parallel zu nutzen. „Gerade bei tagesaktuellen Informationen ist der Blick ins Internet oft besser und schneller.“ Dagegen biete die Bibliothek Medien, die geprüft seien, weil „sie den langen Weg durch das Lektorat und den Buchhandel hinter sich haben“, erklärt der 50-Jährige.

Gleichzeitig habe die Stadtbibliothek auch audiovisuelle Informationsmedien im Angebot. Zudem biete die Stadtbibliothek spezielle Führungen und Schulungen an. Dazu gehören zum Beispiel Einführungen in die Bibliotheksrecherche. Auch mit den Schulen in Bocholt und Umgebung arbeite die Bücherei eng zusammen. „So stellen wir für die Lehrer der verschiedenen Schulen Medienkisten zu bestimmten Themen zusammen“, erläutert Schmeink.

Dass das Internet Bücher als Informationsquelle in Zukunft verdrängen wird, glaubt der Bocholter allerdings nicht. Stattdessen nehme er eher Veränderungen in der Gestaltung von Büchern und im Leseverhalten wahr. So wären in Kinderbüchern viel mehr Bilder als früher zu sehen. Bei den jüngeren Lesern sieht er generell zwei Arten des Lesens: „Da gibt es die Kinder und Jugendlichen, die richtige Leseratten sind, und die Gelegenheitsleser, die nur zu bestimmten Themen etwas lesen.“

VON DANIELA HARTMANN


23 · 07 · 10



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