Bocholt - Unkraut wuchert zwischen den Bodenplatten aus Stein, einige der weißen Wandfliesen sind herausgebrochen und unten am Ende des Treppengangs ist ein gelber Sack zu sehen: Das ist das Loch am Bocholter Bahnhof - ein Auf- und Abgang der alten Fußgängerunterführung, die vor langer Zeit stillgelegt wurde. Ein Gitter versperrt Neugierigen den Weg, ein gelbliches, rundes Schild mit roter Umrahmung und schwarzem Mann in der Mitte zeigt: Hier ist der Zugang verboten. Wohin die Eisentür unten links führt und was sich hinter der teilweise aus den Angeln gehobenen Gittertür unten rechts verbirgt, bleibt für den Betrachter ein Geheimnis.
Bernhard Deckers vom Fachbereich Stadtplanung weiß mehr. Er ist in Bocholt für den Denkmalschutz zuständig, und diese Unterführung mit der Eisen- und Glasüberdachung am Aufgang zum Bahnsteig steht tatsächlich unter Schutz. Gemeinsam mit dem 106 Jahre alten Bahnhofsgebäude, in dem jetzt die Stadtbibliothek untergebracht ist, und zwei Bahnsteigüberdachungen, die nun zu einer längeren zusammengefügt sind, wurde sie im April 1990 in die Denkmalsliste aufgenommen. Warum? „Es dokumentiert die Entstehungszeit des alten Bahnhofs“, sagt Deckers. Und der sei für Bocholt eine „einzigartige Sache“.