Ahaus-Alstätte - Im Ahauser Ortsteil präsenter werden - dieses Vorhaben des FDP-Stadtverbandes bescherte den Alstättern am Donnerstagabend den Besuch eines Bundestagsabgeordneten. Hans-Michael Goldmann, seines Zeichens Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, hielt in „Bakkers Schoppe“ einen Vortrag mit dem Titel „Landwirtschaftliche Entwicklung in dicht besiedelten Gebieten“. Gerade in Alstätte mit seinen Nutzungskonflikten zwischen fortschreitender Wohnbebauung und Naturschutz auf der einen Seite und Expansionsbestrebungen der - oftmals ortsnah gelegenen - Landwirtschaft andererseits ein sehr aktuelles Thema. Da überraschte es schon, dass der Landwirtschaftsexperte der Freien Demokraten nur eine relativ kleine Zuhörerschaft fand, die zudem fast ausschließlich aus Landwirten bestand.
Wer allerdings geglaubt hatte, dass der FDP-Parlamentarier Patentrezepte zur Lösung der Konflikte parat hatte, sah sich getäuscht. Da er selbst allerdings aus dem Emsland, also einer Region mit Intensivlandwirtschaft, stammt, gab es gleichwohl ein paar interessante Ansätze, die im Anschluss an den gut anderthalbstündigen Vortrag zur Diskussion standen. Obwohl er „Schwächen im raumordnerischen System“ sah, müsse die städtebauliche Entwicklung einer Kommune nicht im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Interessen stehen. „Man muss sich an einen Tisch setzen und die Dinge partnerschaftlich lösen“, betonte Goldmann die Notwendigkeit von Kooperations- und Kompromissbereitschaft. Grundsätzlich seien Landwirte, sofern sie Projekte im Außenbereich planten, nach dem Baugesetzbuch in einer priviligierten Situation. Im bebauten Innenbereich werde es schwieriger. In jedem Fall aber seien Landwirte an die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen des Immissionsschutzrechtes mit seinen Abstandsbestimmungen gebunden.