Tauchtrupp sicherte Einsatzkräfte


Die DLRG-Mitglieder wurden zunächst nach Ahaus beordert. Hier standen während des Hochwassers ganze Straßenzüge - wie hier die Diepenheimstraße - unter Wasser. Foto:
Die DLRG-Mitglieder wurden zunächst nach Ahaus beordert. Hier standen während des Hochwassers ganze Straßenzüge - wie hier die Diepenheimstraße - unter Wasser. Foto:
(fz)


Ahaus/Alstätte/Heek-Nienborg - Alexander Thoss hatte schon Zeit, durchzuatmen. Doch noch immer ist er von den Ereignissen und Eindrücken des vergangenen Wochenendes bewegt, als er bei der DLRG-Bezirksvorstandssitzung sein Erleben des Hochwassers in Ahaus, Alstätte und Heek schildert. Thoss ist Technischer Leiter der DLRG-Ortsgruppe Ahaus.

Der Einsatz begann für die DLRG-Mitglieder freitags in aller Herrgottsfrühe um 3.30 Uhr. Thoss war als Fachberater in der örtlichen Einsatzleitung in Ahaus tätig. Zudem wurden sofort zwei Tauchtrupps aus Stadtlohn und Borken sowie ein Bootstrupp aus Borken alarmiert.


Auch mit einigem Abstand klingt die Schilderung in der DLRG-Pressemitteilung noch dramatisch: „Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich Personen bei dem Versuch, das Wasser aus ihren Kellern zu schöpfen, selbst in Gefahr bringen und eingeschlossen würden.“ Zudem habe der Tauchtrupp auch zur Eigensicherung der eingesetzten Kräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) bereitgestanden.

Der erste Einsatz war an der Kläranlage in Ahaus. Von dort kam die Meldung, dass das Klärwerksgelände von den Wassermassen eingeschlossen sei und die Einsatzkräfte mit Materialien und Verpflegung per Boot versorgt werden sollten.

Dann ein weiterer Einsatz: Angeblich sollte die Moorbachsiedlung in Ahaus unter Wasser stehen. Das bewahrheitete sich jedoch nicht in der gemeldeten Form. Hier seien die betroffenen Bewohner durch Gespräche und Präsenz der Hilfskräfte beruhigt worden. Dann kamen Einsätze wie die Rettung von Weidevieh aus dem Wasser in Alstätte, wo der Bootstrupp gefordert war. Dieser unternahm auch weitere Erkundungsfahrten für die örtliche Einsatzleitung, um die Lage immer aktuell darstellen und entsprechende Kräfte einsetzen zu können.

Auf dem Weg nach Alstätte wurden die Kräfte zu einer vom Wasser eingeschlossenen Person beordert, die sie unverzüglich befreien konnten. In Alstätte wurde beim Befüllen und fachmännischen Verbauen von Sandsäcken geholfen, um so die Überflutung der Sporthalle am „Alten Weg“ zu vermeiden. Der Einsatz an dieser Stelle war letztendlich von Erfolg gekrönt.

Aufgrund der ebenfalls bedrohlichen Lage in Heek und Gronau waren inzwischen auch DLRG-Kräfte aus dem gesamten Landesverband Westfalen angefordert und eingesetzt worden. Hier waren über 180 Wasserretter im Einsatz, die im Laufe des Samstags durch Kameraden aus dem Landesverband Nordrhein abgelöst wurden.

Im Rahmen der Brückenwache fiel der Bootsbesatzung ein Schlauchboot auf, in dem zwei Jungen sich die Flut hautnah anschauen wollten. Um sie vor lebensgefährlichen und unberechenbaren Strudel- und Sogwirkungen an einer Brücke zu schützen, die sich bei solchen Wassermassen dort entwickeln, wurden die Jungen an Land geschleppt und das Schlauchboot zunächst einbehalten.

Für die hiesigen Rettungsschwimmer der DLRG wurde der Einsatz in Ahaus am Samstag gegen 10 Uhr beendet.

Die neben anderen ebenfalls eingesetzten Fachberater Mike Wiescherhoff, Leiter Einsatz im DLRG-Bezirk Kreis Borken, sowie der stellvertretende Bezirksvorstandsvorsitzende, Herbert Finke aus Borken, wiesen auf die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte der Rettungs-, Hilfs- und Sicherheitsorganisationen hin. Das Alarmierungsverfahren und der Einsatz aller Gerätschaften hätten nahezu reibungslos funktioniert, lautete das Fazit. Nachbesserungsbedarf sehe man nur im Bereich der Kommunikationsausrüstung. Hier wurden entsprechende Verbesserungen beschlossen.



04 · 09 · 10





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