Montag, 21.05.2012






Aktion gegen steigende Zahl von Verkehrstoten in NRW

„Blitz-Marathon“: Wo im Münsterland kontrolliert wird


(Foto: dpa)
(Foto: dpa)


Münsterland - Alle Standorte wollen die Beamten nicht verraten. Denn neben den stationären Blitzern werden am kommenden Freitag ab morgens um 6 Uhr auch mobile Fahrzeuge der Polizei beim ersten "Blitz-Marathon" in NRW im Einsatz sein. Doch einige Orte, an denen Autofahrer im Münsterland sich in Acht nehmen müssen, sind bereits bekannt.

Mit dem „Blitz-Marathon“ reagiert das nordrhein-westfälische Innenministerium auf die erstmals seit Jahren gestiegene Zahl der Unfalltoten auf den Straßen des Landes. Die Kontrollaktion soll 24 Stunden - also bis Samstagfrüh 6 Uhr - andauern. An landesweit 1400 Stellen wird das Tempo der Autofahrer mit Laserpistolen und Radargeräten überprüft.


Dabei sind fast alle großen Zufahrtsstraßen in Münsters Innenstadt sowie diverse Gefahrenschwerpunkte in der Region betroffen (siehe Fotostrecke). Die Polizei kündigte an die gesamte Palette ihrer Maßnahmen nutzen. Sie wird - blau-silberne und zivile Radarfahrzeuge einsetzen, Geschwindigkeitskontrollen mit und ohne Anhalten durchführen, Radaranlagen, Laserpistolen und die Videomess-Fahrzeuge nutzen und an Unfallbrennpunkten und an erkannten Raserstrecken präsent sein.

„Uns kommt es nicht auf die Zahl der Knöllchen an - wir wollen das Geschwindigkeitsniveau senken“, kommentierte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) den Vorstoß seines Ministeriums, der eine Reaktion auf die gestiegene Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr im vergangenen Jahr ist. Um diesen entgegenzuwirken wurde die Kampagne „Brems Dich - rette Leben!" ins Leben gerufen.

Nach den ersten drei Quartalen zeichnete sich ein Plus von 13 Prozent bei den Verkehrstoten ab. Unter den Fußgängern war sogar ein sprunghafter Anstieg von 51 Prozent mehr Todesopfern zu registrieren.

Überhöhte Geschwindigkeit ist "Killer Nr. 1"

Überhöhte Geschwindigkeit sei dabei der „Killer Nr. 1“, heißt es aus dem Innenministerium. Würde sich der Verkehr innerorts nur um zwei Stundenkilometer verlangsamen, würde dies einen Rückgang von 15 Prozent bei den Unfällen mit Toten und Verletzten ausmachen. „Wir reden von Leben und Tod. Wir müssen die Menschen zum Nachdenken bringen, wie häufig sie tödliche Risiken im Straßenverkehr eingehen. Dann wird schnell klar, dass wir hier nicht nur von Leichtsinn reden. Viel zu oft ist es tatsächlich Irrsinn", unterstrich Jäger.

An Wochenenden sei die Zahl der tödlichen Unfälle besonders hoch. An einem durchschnittlichen Wochenende sterben auf den Straßen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes sechs Menschen. 2010 waren 550 Menschen auf den NRW-Straßen ums Leben gekommen - 70 weniger als 2009 und so wenig wie noch nie seit Einführung der Unfallstatistik.

Experten führten den damaligen Rückgang vor allem auf die deutlich verbesserte Sicherheit für die Auto-Insassen zurück, denn die Zahl der Unfälle selbst hat langfristig eher zugenommen.

„Wir wollen mit unserem Blitz-Marathon unmissverständlich klar machen: Wir meinen es ernst! Wir nehmen die vielen Toten und Verletzten nicht hin. Ein totes Kind, eine tote Mutter, ein toter Vater bedeutet Trauer, Schock, Wut und Verzweifelung für mehr als 100 Menschen", betonte der Innenminister.

„Es ist sehr wichtig, dass viele Kommunen mitmachen. Wir müssen unsere Kräfte bündeln, um dauerhaft unsere Straßen sicherer zu machen. In Zukunft wollen wir noch mehr die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden suchen."

VON MEIKE LORENZEN/DPA


08 · 02 · 12



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