Duisburg - Wie redet man über ein traumatisches Ereignis? Über eine Katastrophe, für die man verantwortlich gemacht wird, an der man sich aber nicht schuldig fühlt? „Dieser Tag im Sommer 2010“ - er sah so lange so hoffnungsvoll aus, der 24. Juli, der Tag der Loveparade in Duisburg. Bis die Situation kippt: „Dann kam die Zeit nach 17 Uhr, und die tragischen Ereignisse nahmen ihren Lauf.“ Zaghaft nähert sich Adolf Sauerland den Erinnerungen an die Tragödie, als im Gedränge der Loveparade-Besucher 21 Menschen starben und 500 verletzt wurden.
Die dramatischen Minuten und Stunden haben das Leben tausender Menschen jäh verändert - auch das von Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland. Ihm schreiben sie die politische Verantwortung zu. Und weil er nicht der Erwartung entspricht und seinen Stuhl räumt, muss er sich jetzt dem zweiten Abwahlverfahren stellen: „Ich kneife nicht“, sagt das 56-jährige Stadtoberhaupt. „Jetzt haben die Duisburger die Möglichkeit, darüber zu befinden.“ Nächsten Sonntag öffnen die Wahllokale.