Ankara/Düsseldorf - Dass immer weniger türkischstämmige Jugendliche in NRW eine Lehre beginnen, ist zunächst natürlich ein hiesiges Problem. Da die Landesregierung aber ziemlich ratlos ist, wie sie die jungen Leute nebst Eltern erreichen kann, um sie vom Wert eines bestmöglichen Schulabschlusses und den Vorteilen einer fundierten Berufsausbildung zu überzeugen, flog NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann dieser Tage nach Ankara.
Ein Treffen mit Deutschlands Botschafter Eckart Cuntz, Gespräche mit dem türkischen Arbeitsminister Faruk Celik, solche mit Gewerkschaftern und Arbeitgebern: Laumann ist umtriebig. Die gesellschaftliche Integration funktioniert in erster Linie über den Arbeitsmarkt. Das ist sein Credo, diesen Satz sagt er immer wieder, fast wie ein Mantra. Und jedes Mal verbindet er ihn mit einer Bitte. Der, dass ihm die türkische Seite helfen mögen. Helfen, das Problem in NRW zu lösen, das sozialen Sprengstoff in sich birgt, das einer Zeitbombe gleichkommt.