Lüdinghausen: Wo ist Felix Steber?


Überall in Lüdinghausen hängen Plakate mit einem Bild des vermissten Schülers. Die Polizei hat noch keine Spur. Auch gestern durchsuchten Dutzende Beamte bisher noch nicht durchsuchte Waldstücke. Foto:
Überall in Lüdinghausen hängen Plakate mit einem Bild des vermissten Schülers. Die Polizei hat noch keine Spur. Auch gestern durchsuchten Dutzende Beamte bisher noch nicht durchsuchte Waldstücke. Foto:
(Jürgen Peperhowe)


Lüdinghausen - Das Dröhnen des Polizeihubschraubers signalisiert den Menschen in Lüdinghausen und Seppenrade: Die Suche nach dem 17-jährigen Felix Steber wird fortgesetzt. 40 Polizeibeamte bilden am Donnerstag wieder eine Kette und durchkämmen ein Waldstück - abermals ohne Erfolg. Der Schüler bleibt auch nach dem erneuten Einsatz der Suchmannschaften verschwunden.

Das Drama begann nach einer fröhlichen Feier. Der 17-Jährige, der mit seiner Familie in Lüdinghausen wohnt und das dortige Berufskolleg besucht, will mit Freunden fröhlich feiern - Altweiberfastnacht im Zelt der Seppenrader Karnevalsgesellschaft „Stabil daobi“. Die Nacht, so hatte er mit einem Freund vereinbart, wollte er bei ihm verbringen. Doch in dem Haus in einem Wohngebiet zwischen Lüdinghausen und Seppenrade kommt Felix nicht an. Er muss sich relativ früh von der Feier verabschiedet haben, ist sich die Polizei sicher. Der Jugendliche soll kurz nach 22 Uhr im Bereich zwischen dem Festzelt und dem Seppenrader Ortsausgang gesehen worden sein.


Schon am frühen Abend hatten sich die beiden Freunde im Festzelt aus den Augen verloren. Per Zufall entstand ein Foto, das Felix mit Perücke und Karnevalsbrille zeigt, die letzte Aufnahme des Vermissten, von der sich die Ermittler Hinweise erhoffen. Bisher fehlen konkrete Anhaltspunkte, deshalb untersucht die Polizei „in alle Richtungen“, wie deren Sprecher Martin Pollmann erklärt. Der erhoffte Durchbruch gelang auch gestern nicht, als ebenso wie am Rosenmontag erneut eine Landeseinsatzreserve der Polizei mit Hubschrauberunterstützung Geländeabschnitte absuchte, die bisher noch nicht Meter für Meter durchkämmt worden waren. Nach dreistündigem Einsatz wurde die Suche am frühen Nachmittag ergebnislos abgebrochen. „Wie es weitergeht, müssen wir abwarten“, äußert sich Pollmann in Coesfeld noch zurückhaltend über die weiteren Schritte der Ermittler.

Auf DNA-Spuren wurde die Karnevalsperücke des Vermissten untersucht. Diese wurde auf dem Rückweg gefunden, den der 17-Jährige hätte nehmen müssen, um zum Haus seines Freundes zu kommen. Außer diesem Fund fehlt bisher eine heiße Spur. Hoffnung hatte die Polizei zunächst, als sie das angeschaltete Handy im Bereich Lüdinghausen hatte orten, aber nicht finden können. Seit Rosenmontag ist es stumm. Ob der Akku leer ist oder ob es ausgeschaltet wurde, lässt sich nicht klären.

Für die Menschen in Lüdinghausen und Seppenrade gibt es seit den Karnevalstagen nur ein Thema: Sie fühlen mit der Familie des 17-Jährigen, der demnächst eine Ausbildung bei einer Bank beginnen sollte. Großflächig wurden im Stadtgebiet Zettel mit einem Bild des Vermissten verteilt. Doch bisher fehlt es an konkreten Hinweisen. Der 17-Jährige bleibt spurlos verschwunden.

VON JOSEF KERSTING, LÜDINGHAUSEN


27 · 02 · 09



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