Sommer erteilt Absage an Gemeinschaftsschule


Barbara Sommer
Barbara Sommer


Ahlen. Schulministerin Barbara Sommer hat wiederholten Forderungen nach einer Gemeinschaftsschule eine Absage erteilt. Am Rande eines bildungspolitischen Kongresses über individuelle Förderung auf der Zeche in Ahlen wandte sich die Ministerin am Samstag dagegen, dass jede Gemeinde oder jeder Kreis seine eigene Schulform selbst festlege.

Gerade erst habe eine Untersuchung in Berlin ergeben, dass entgegen der landläufigen Meinung, es sei besser, Kinder länger in der Grundschule zu belassen und erst nach dem sechsten Schuljahr die Entscheidung über die Art des angestrebten Abschlusses zu treffen, das bisherige System mit dem Übergang nach der Klasse vier den Kindern besser gerecht werde. In einer Emnid-Umfrage hatten sich kürzlich 60 Prozent der befragten Eltern für eine Reform des gegliederten Schulsystems ausgesprochen.


Sommer hält dagegen eine gewisse Einheitlichkeit der Schullandschaft schon deshalb für notwendig, um die Vergleichbarkeit von Leistungen und der Anschlüsse bei einem Wechsel in eine andere Schulform weiter zu gewährleisten. Sie räumte ein, dass Deutschland auch bei der schulischen Integration der Migranten hinterherhinke.

Die Politik habe zu lange die Augen davor verschlossen, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei. Deshalb seien andere Länder wie zum Beispiel Kanada weiter bei der Förderung der Kinder mit Migrationshintergrund. Erst vergangene Woche wurde die Schulbehörde im kanadischen Toronto für vorbildliche Integration ausgezeichnet.

VON DIERK HARTLEB


07 · 09 · 08





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