Ochtrup - Als die KCN-Boys beim Kappenfest ihres Karnevalsclubs am Samstagabend durch den Saal des DRK-Zentrums zogen, war ihren Kostümen nur wenig vom späteren Auftritt anzusehen. Mit silbernen Zylindern auf den Köpfen, Sonnenbrillen und schicken Fräcken bekleidet, marschierten die Herren auf die Bühne. Dort prangte schon ein großes Transparent, hinter dem die Truppe verschwand.
Als sie wieder hervorkam, war die Zuordnung, wem welches Bein auf der Bühne gehörte, für die Zuschauer nicht mehr ganz nachzuvollziehen. Der erste Vorsitzende des Schützenvereins Niederesch, Gottfried Tembrockhaus, zu Beginn des Abends noch im Schottenrock und für die Begrüßung der Gäste zuständig, gab bei der Tanzeinlage seiner KCN-Boys den Takt vor. „Eins, zwo, drei, vier“, kommandierte er. Und die Herren verloren - im Gegensatz zum Publikum - nicht den Überblick über ihre weißen und schwarzen Strumpfhosenbeine. „Da steckt monatelange Arbeit hinter“, wusste der Präsident des KCN, Sebastian Schneuing, zu berichten. Dem Publikum gefiel es, und es gab reichlich Applaus. Um eine Zugabe kamen die KCN-Boys nicht herum.
Ähnlich erging es den anderen Tanzgarden an diesem Abend. Egal, ob die erste Damen-Garde, die „Chaos Queens“, „Chicken Deluxe“ oder die „Kids-Garde“ - sie alle mussten nach lauten Rufen aus dem Publikum eine Zugabe präsentieren. Alle Gruppen sind ausschließlich „Eigengewächse“ des KCN.
Auf ganz andere Weise präsentierte sich Entertainer Josef Hassing. Der Ottensteiner flanierte während seines Auftritts durchs Publikum, riss flotte Sprüche und servierte einen Schlager nach dem nächsten.
Am Samstagabend waren auch viele Gäste des KCN da. Sowohl die Nachbarvereine Alt- und Bollhorst und Berger als auch unter anderem die Narrenzunft Lamberti, der Stadtjugendring und der Förderkreis Kinderkarneval mit seinem Dreigestirn machten dem Karnevalsclub ihre Aufwartung. Der Karnevalsverein „Klein-Köln“ aus Wüllen hatte ebenfalls eine Abordnung nach Ochtrup geschickt. Belohnt wurden sie alle, wie es im Karneval üblich ist, mit einem Orden. Letztere bekamen alle am Programm beteiligten Akteure von Prinz Christian I. von Malle und Kelle und dessen Elferrat überreicht. Irgendwann gegen Mitternacht fand das Programm zwar sein Ende, aber nicht der Abend. Die zahlreichen Gäste im DRK-Zentrum feierten zur Musik von DJ Frank Issinghoff noch lange weiter.