Keine Zukunft in Wolbeck

Westpreußisches Landesmuseum geht nach Münster oder Warendorf


Die Tage des Westpreußischen Landesmuseums in Wolbeck sind endgültig gezählt. Nach dem Drostenhof (Foto) scheidet nun auch das alte Amtshaus als zukünftiger Standort aus.Fotomontage:
Die Tage des Westpreußischen Landesmuseums in Wolbeck sind endgültig gezählt. Nach dem Drostenhof (Foto) scheidet nun auch das alte Amtshaus als zukünftiger Standort aus.Fotomontage:
(isa/Christ)


Münster-Wolbeck - Jetzt ist es definitiv: „Das Amtshaus ist aus dem Rennen.“ Dies erklärte am Montag der Pressesprecher der Kulturstiftung Westpreußen, Dr. Jürgen Martens, auf Anfrage unserer Redaktion. Wie berichtet, wird das Westpreußische Landesmuseum spätestens im Dezember 2012 aus dem historischen Drostenhof in Wolbeck ausziehen. Wohin?

Über diese Frage wird seit Monaten gerätselt. Bekannt war nur, dass eine von drei Möglichkeiten das zu Anfang der zwanziger Jahre errichtete ehemalige Amtshaus Am Steintor war, in dem zurzeit die Bezirksverwaltung Südost untergebracht ist.


Diese Möglichkeit scheidet nun aus. „Kostengründe“ seien hierfür entscheidend gewesen, erklärte Martens. Finanziert wird das Westpreußische Landesmuseum zu 82 Prozent vom Bund. Daher hat dieser auch das letzte Wort bei allen wichtigen Fragen. „Das Wolbecker Amtshaus ist für das Museum zu klein, und ein Umbau der dazugehörigen modernen Gebäude wäre zu teuer“, begründete Martens die für Wolbeck bittere Entscheidung.

Bedeutend interessanter seien da die beiden nun noch verbleibenden möglichen Standorte, so der Stiftungssprecher. Und er verriet auch erstmals, um welche es sich hier konkret handelt: „Die Entscheidung wird zwischen dem Gebäude des jetzigen Hauptzollamtes an der Sonnenstraße in Münster und dem Franziskanerkloster in Warendorf fallen.“

Das münsterische Gebäude habe den Charme, bereits im Eigentum des Bundes zu sein. „Und für Warendorf spricht vor allem, dass der Umbau im Wesentlichen vom Vermieter übernommen würde.“

Der Eigentümer des Klosters ist im Wigbold übrigens kein Unbekannter: Es handelst sich um den Wolbecker Reinhard Horstmann, der sich bereits vielfältig sozial und kulturell engagiert. Unter anderem hatte er dem Westpreußischen Landesmuseum das frühere Sparkassengebäude unentgeltlich für Verwaltungs- und Lagerzwecke zur Verfügung gestellt.

Dass das Warendorfer Kloster nun in der engsten Auswahl steht, freue ihn, sagte er im Gespräche mit unserer Redaktion. Zwar habe er verschiedene Pläne für die Nutzung des historischen Gebäudes in der Schublade, das zurzeit leer steht und hin und wieder für kulturelle Zwecke genutzt wird. Den Einzug des Museums würde er jedoch begrüßen: „Die bestehende räumliche Situation und der Denkmalschutz würden respektiert, und es wäre kein größerer Umbau nötig“, so Horstmann.



22 · 03 · 11



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