Russland fehlte Platz für Atommüll

Ahaus/Dresden - Der Atommüll aus dem früheren DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf hätte ohne Umweg über Ahaus zurück nach Russland gebracht werden können - allerdings nur theoretisch.

Zwar habe es schon damals im Jahr 2005 eine entsprechende amerikanisch-russische Vereinbarung gegeben, teilte das Bundesumweltministerium am Dienstag auf Anfrage mit. Praktisch sei die Rückführung des radioaktiven Materials aus dem Reaktor in der Nähe von Dresden aber trotzdem nicht möglich gewesen, weil Russland die dafür nötigen Kapazitäten nicht hatte, sagte ein Sprecher. Die Brennstäbe waren stattdessen in das Zwischenlager Ahaus gebracht worden und müssen nun im kommenden Jahr von dort aus in ihr Herkunftsland transportiert werden.


Sachsens Wissenschaftsministerium hatte zuvor eingeräumt, die Regelung 2005 noch gar nicht gekannt zu haben. Man habe erst 2006 von der Möglichkeit erfahren und sie von da an auch genutzt, sagte Sprecher Karltheodor Huttner. Der übrige Atommüll, der noch in Rossendorf lagerte, sei per Flugzeug nach Russland gebracht worden. Die damalige Regierung habe ohnehin schon 1995 beschlossen, die Brennstäbe nach Ahaus zu bringen, und dafür einen Transport organisiert. Dies hätte man so oder so nicht mehr rückgängig machen können, obwohl rund zehn Jahre zwischen der Entscheidung und dem Start des Transports lagen, erläuterte Huttner.

Der Freistaat will den Atommüll voraussichtlich im kommenden Jahr von Ahaus nach Russland bringen lassen.



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