Castorbehälter in Ahaus.

Atommüll aus Jülich: Kommen 152 Castor-Behälter ins Zwischenlager Ahaus?

Ahaus - Für die Anti-Atomkraft-Aktivisten aus Ahaus ist es wie eine Milchmädchenrechnung: Das renommierte Forschungszentrum in Jülich will seinen Atommüll loswerden und „Ahaus ist da die bequemste Lösung“. Sagt jedenfalls Matthias Eickhoff, Mitglied des Aktionsbündnisses Münsterland gegen Atomanlagen.

Peter Schäfer hingegen, Sprecher des Forschungszentrums, argumentiert ganz anders. „Wir dürfen den Atommüll nicht mehr bei uns lagern. Aus Sicherheitsgründen und weil es ökonomisch sinnvoll ist, wollen wir die Altlasten im Ahauser Brennelementezwischenlager deponiert sehen.“ Klingen bei Eickhoff nachvollziehbare Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Vorhabens an, entbehren auch die Argumente Schäfers nicht ei­ner gewissen Logik.


Fakt ist: Das Zwischenlager in Jülich, in dem das Forschungszentrum den radioaktiv strahlenden Müll aus seinem 1988 stillgelegten Versuchsreaktor eingelagert hat, verliert 2013 seine Betriebsgenehmigung. Die Halle ist alt, entspricht längst nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen. „Also standen wir vor der Entscheidung, entweder für 40 Millionen Euro ein neues Zwischenlager zu bauen oder die alten Brennelemente auszulagern“, erklärt Schäfer.

Die Jülicher entschieden sich für die zweite Variante. Weil das weniger kostet - „und letztlich für NRW sicherer ist, schließlich bleibt mit dem Wegfall unseres Depots nur noch das in Ahaus übrig“. Die Atomkraftgegner macht eine solche Erklärung wütend. Ihr Gegenargument: Das Zwischenlager in Jülich wurde 1993 genehmigt - „und ist so veraltet, dass es nicht mehr länger betrieben werden darf“, erklärt Eickhoff. Die Anlage in Ahaus sei jedoch bereits 1992 in Betrieb gegangen „und ist daher noch weniger auf dem neuesten Stand der Technik“. Das Akti­ons­bünd­nis kündigt Proteste an.

Entschieden aber ist über den Transport noch nicht. Jülich hat beim Bundesamt für Strahlenschutz den Antrag gestellt, 152 Castoren mit Atommüll in Ahaus weiter zwischenlagern zu dürfen. Die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), die das dortige Brennelementezwischenlager betreibt, hat sich bereit erklärt, den strahlenden Abfall aufnehmen zu wollen. „Die Genehmigung kann aber nur erfolgen, wenn alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind“, sagt der Sprecher des Bundesamtes, Florian Emrich.

Allzu viel Zeit, das zu überprüfen bleibt nicht. Wie es gestern hieß, sollen bereits im Frühjahr 2011 die ersten Castor-Behälter aus Jülich kommen.

VON ELMAR RIES, MÜNSTER


21 · 01 · 10



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